Holländische Kühe werden aus der Türkei ausgewiesen

Es gibt seit Tagen Ärger um Wahlkampfauftritte türkischer Politiker in mehreren EU-Ländern unter anderem Deutschland, Dänemark, Österreich und den Niederlanden – und jetzt wird’s tierisch!

Die diplomatische Krise zwischen der Türkei und den Niederlanden wirkt sich jetzt auch auf das Rindvieh aus: Ein türkischer Züchterverband kündigte am Mittwoch an, eine Gruppe niederländischer Kühe aus Protest gegen das Verhalten der niederländischen Regierung des Landes zu verweisen.

„Die erste Gruppe Holsteiner ist verladen worden und wird zurückgeschickt“, sagte Bülent Tunc vom Türkischen Verband der Viehproduzenten.

Und weiter: „In Zukunft wollen wir keine Tierprodukte mehr aus Holland“, sagte Tunc der Nachrichtenagentur Anadolu.

Die Türkei werde in Zukunft eigene Kühe züchten. Sollten die Niederlande die Kühe nicht zurücknehmen, würden sie geschlachtet und ihr Fleisch verteilt.

Am Morgen wurde bekannt, dass türkische Hacker diverse Twitter-Accounts gehackt haben – offenbar auch zwei niederländische Wahl-O-Mat-Internetseiten.

„Stemwijzer“ und „Kiescompas“ waren am Mittwoch, dem Tag der Parlamentswahl, zeitweise nicht zu erreichen.

Auf den beiden mit Staatsgeldern betriebenen Seiten beantworten Wähler verschiedene Fragen. Danach erfahren sie, welche Partei am besten zu ihren Ansichten passt.

Die Betreiber von „Stemwijzer“ bestätigten einen Angriff. Das Problem könne zwar zeitweise gelöst werden, trete dann aber wieder auf. Es war nicht klar, ob die Angriffe im Zusammenhang mit dem diplomatischen Streit mit der Türkei stehen.

Hacker drangen am Mittwoch auch weltweit in Dutzende Twitter-Konten von Wirtschaftsbossen, Verlegern und Regierungsbehörden ein. Sie verbreiteten dort in türkischer Sprache Anti-Nazi-Parolen.

Hintergrund: Türkische Politiker werben so bei ihren Landsleuten, die in Europa leben, für die Annahme der Verfassungsänderung, mit der am 16. April die Macht von Präsident Recep Tayyip Erdogan ausgeweitet werden soll.

Seit immer mehr Auftritte abgesagt wurden, sind die Beziehungen zwischen der Türkei und den EU-Staaten noch angespannter.

Vor allem die Niederlande wollen sich das von der Türkei nicht gefallen lassen: Sie haben die offiziellen Warnhinweise für Türkeireisende verschärft. Ausdrücklich verweist das Außenministerium am Montag auf seiner Website auf die diplomatischen Spannungen mit dem Land seit dem Wochenende.

Die Niederlande hatten Wahlkampfauftritte türkischer Minister untersagt und eine dennoch eingereiste Ministerin aus dem Land gewiesen.

Niederländische Touristen werden nun gewarnt, in der Türkei größere Versammlungen von Menschen sowie volle Plätze zu vermeiden. Von Reisen in die Türkei wird aber nicht generell abgeraten.

 

 

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