Bald auch für Menschen

Forschern aus den USA ist ein wissenschaftlicher Durchbruch gelungen: Sie haben einen künstlichen Uterus geschaffen, in dem sie Lammföten aus einem frühen Stadium der Schwangerschaft hielten und ernährten, bis diese sich dort nach wenigen Wochen vollständig entwickelt hatten – fern vom Mutterleib des Schafes. Diese Methode kann vielleicht auch schon bald für menschliche Frühchen angewendet werden.

Die Ärzte und Forscher des Kinderkrankenhauses in Philadelphia haben dafür den Uterus aus einem sterilen und versiegelten Plastikbeutel nachempfunden, der mit elektrolytischer Lösung gefüllt ist. Das eigene Herz des Lammes pumpt das Blut durch die künstliche Nabelschnur in eine Gasaustausch-Maschine, wo es wieder mit Sauerstoff angereichert wird.

Nach 105 bis 120 Schwangerschaftstagen (was circa der 23. Schwangerschaftswoche bei Menschen entspricht) wurden die Lammföten in den künstlichen Mutterleib gegeben. Bereits vier Wochen später waren die Lungen und Gehirne der Versuchstiere vollständig ausgebildet; sie konnten die Augen öffnen, schlucken, sich bewegen, und ihnen war Wolle gewachsen.

Dieser künstliche Uterus könnte die bisher geringe Überlebenschance von Babys, die vor der 25. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommen, erheblich verbessern. “Diese Frühchen brauchen dringend eine Brücke zwischen dem Mutterleib und der äußeren Welt”, erklärt Studienleiter Alan Flake. “Wenn wir ein uterusähnliches System entwickeln, das das Wachstum und die Entwicklung der Organe auch nur für ein paar Wochen unterstützt, können wir die Gesundheit der extrem Frühgeborenen dramatisch verbessern.”

In diesem Bericht erläutern die Forscher (auf Englisch) ihr erfolgreiches Experiment:

Die Wissenschaftler hoffen nun, in drei bis fünf Jahren den künstlichen Uterus auch auf menschliche Babys anpassen zu können, um somit frühgeborenen Säuglingen die wichtigen Wochen zu schenken, die so grundlegend für eine gesunde Entwicklung sind.

Quelle: http://www.gutfuerdich.co/

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