Dieser kleine Stein könnte Millionen von Leben retten

– Forscher der Universität Stanford haben ein kleines Gerät entwickelt, das verschmutztes Wasser mit Sonnenlicht in 20 Minuten reinigen kann
– Eine ultra-dünne Beschichtung mit einer chemischen Verbindung sorgt dafür

Das Rechteck ist halb so groß wie eine Briefmarke. Seine Wirkung könnte das Leben von Menschen auf der ganzen Welt beeinflussen. Wissenschaftler der Stanford Universität im US-Bundesstaat Kalifornien haben das kleine Gerät entwickelt, das eine – derzeit noch sehr kleine Menge – verunreinigtes Wasser mit Hilfe von Sonnenlicht in 20 Minuten säubert.

“Unser Gerät sieht aus wie ein kleines Rechteck aus schwarzem Glas. Wir haben es einfach in Wasser fallen lassen, alles in die Sonne gestellt – und die Sonne ihre Arbeit machen lassen”, sagte die Wissenschaftlerin Chong Liu über die Entwicklung.

So funktioniert’s

Über die Ergebnisse ihrer Experimente berichten die Forscher im Fachmagazin “Nature Nanotechnology”.

So funktioniert das Ganze: Der kleine Stein besteht aus Glas und ist mit ultra-dünnen Schichten der chemischen Verbindung Molybdändisulfid überzogen. Durch diese Struktur bekomme Molybdändisulfid eine photokatalytische Wirkung. Soll heißen: Die Verbindung löst eine chemische Reaktion aus, wenn sie von Sonnenlicht getroffen wird. Dabei entsteht unter anderem Wasserstoffperoxid – das desinfizierend wirkt.

In Indien sterben jährlich 600.000 Kindern wegen verschmutztem Trinkwasser

Verschmutztes Trinkwasser ist eine Gefahr für die Gesundheit. Es kann Durchfall oder eine Lungenentzündung auslösen. Das Kinderhilfswerk Unicef schätzt, dass dadurch jährlich 600.000 Kinder in Indien sterben. Weltweit haben laut Unicef-Angaben 748 Millionen Menschen kein sauberes Trinkwasser. 90 Prozent davon leben in Asien und Afrika südlich der Sahara.

Die Entwicklung der Forscher aus Stanford könnte diesen Menschen helfen. Nicht nur sei Molybdändisulfid billig in der Herstellung. Gegenüber der traditionellen Methode, verschmutztes Wasser einfach zu erhitzen, verbraucht das kleine Rechteck – außer dem Sonnenlicht – keine Energie.

Auch gegenüber einer anderen Methode hat das kleine Gerät einen Vorteil: Schädliche Keime lassen sich auch einfach mit einer Plastikflasche zerstören, die in der Sonne steht. Die UV-Strahlen töten Keime ab. Allerdings dauert das sechs bis 48 Stunden, wie die Forscher in der Pressemitteilung schreiben. Mit ihrer Methode verringere sich die Zeit auf zwanzig Minuten.

Keine Wunderwaffe

Das kleine Rechteck aus Stanford ist dennoch keine Wunderwaffe. Damit ließen sich nur Bakterien aus dem Wasser beseitigen, gegen eine Verunreinigung mit chemischen Mitteln sei es wirkungslos, berichten die Forscher. Außerdem sei es bisher noch nicht außerhalb des Labors und an mehr als etwa 30 Millimetern Wasser getestet worden.

Trotzdem betonen die Forscher: “Es ist sehr aufregend zu sehen, dass wir mit diesem Material so eine gute Leistung erzielen können. Es funktioniert wirklich”, sagte Liu.

Wissenschaftler der Universität Edinburgh haben kürzlich ein ähnliches Projekt öffentlich gemacht. Auch sie nutzen ein photokatalytisches Material, um Wasser zu reinigen. In einem auf fünf Monate angelegten Projekt in Indien wollen sie die Leistung ihrer Methode belegen.

Quelle:http://www.huffingtonpost.de

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