Dieses Gesetz könnte die Lebensmittelindustrie in Deutschland nachhaltig verändern

– Die SPD-geführte Landesregierung in Nordrhein-Westfalen sagt der Lebensmittelverschwendung den Kampf an
– Ministerpräsidentin Kraft hat beim Bundesrat einen entsprechenden Antrag eingereicht
– Das geplante Gesetz soll auf die gesamte Wertschöpfungskette abzielen, von den Verbrauchern über die Supermärkte bis hin zu den Herstellern

“Weniger ist mehr” – diesen Leitspruch hat sich die rot-grüne Landesregierung von NRW offensichtlich zu eigen gemacht. Die SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat beim Bundesrat einen Antrag eingereicht, um die Lebensmittelverluste in Deutschland verringern.

In Deutschland werden jährlich bis zu elf Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Mittlerweile gibt es zwar zahlreiche Initiativen, die sich genau dieser Verschwendung entgegenstellen wollen. Vom “Containern” bis zu Supermärkten, die eigentlich unverkäufliche Lebensmittel eine zweite Chance geben. Denn die Sensibilität der Verbraucher hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen.

In Frankreich und Italien spenden Supermärkte ihre unverkäuflichen Lebensmittel

Doch das, was bei uns bisher eher vom Eigenermessen des Bürgers abhängt, ist in anderen Ländern schon Gang und Gäbe. In Frankreich und Italien sind Supermärkte bereits verpflichtet, Lebensmittel zu spenden anstatt sie zu entsorgen.

In Finland gilt diese Regelung sogar schon für Restaurants. Nordrhein-Westfalen will nun nachziehen – und das sogar auf Bundesebene.

Eine einheitliche Regelung soll dem Thema endlich den angemessenen Stellenwert verschaffen und die Verringerung der Lebensmittelverschwendung fördern.

NRW fordert eine einheitliche Regelung für den Bund

Mit den in den Bundesrat eingebrachten Vorschlag will die SPD bewirken, dass die Bundesregierung ein Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung entwickelt.

Bisher fanden Initiativen gegen Lebensmittelverschwendung vor allem auf privater und kommunaler Ebene statt. Aus Sicht der Sozialdemokraten bestehe aber dringender Handlungsbedarf, da einfach zu viele Lebensmittel entsorgt würden, obwohl Menschen diese noch essen könnten.

Der Lebensmittelverlust in Deutschland soll dauerhaft verringert werden

Das geplante Gesetz solle dabei nicht nur ein Forschungsnetzwerk aufbauen, sondern ebenso verbindliche Reduzierungsziele festlegen. Auf diese Weise soll der Lebensmittelverlust in Deutschland dauerhaft verringert werden.

Das NRW-Umweltministerium betont, dass ein solches Gesetz die gesamte Wertschöpfungskette im Blick behalten müsse. Nicht allein Supermärkte seien das Problem: Vielmehr beginne des Kreislauf schon bei der Überproduktion, Fehlkalkulationen und überzogenen Ansprüchen der Verbraucher an das Äußere.

NRW hat sich offensichtlich gründlich mit der Sache befasst und die Umsetzung der Idee könnte viel Gutes bewirken. Das Problem ist bisher nur: Entschließungsanträge sind nicht verbindlich.

Auch wenn der Bundesrat den Antrag annehmen sollte, muss er immer noch von der Regierung angenommen werden. Und im aktuellen Wahlkampf könnte dieses wichtige Thema möglicherweise untergehen.

Quelle: http://www.huffingtonpost.de

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