Gerichtsurteil verbietet Behandlung von todkrankem Baby

Am 4. August 2016 erblickt Baby Charlie in einem Londoner Krankenhaus das Licht der Welt. Seine Eltern Connie Yates und Chris Gard sind überglücklich ihren gesunden Jungen in die Arme schließen zu können. Alles scheint perfekt, doch nur wenige Wochen nach Charlies Geburt verschlechtert sich sein Zustand plötzlich. Er wirkt sehr schwach und scheint sich nicht altersgerecht zu entwickeln. Connie und Chris sind sehr beunruhigt.
Mit acht Wochen kommt Charlie schließlich ins Krankenhaus. Dort stellen die Ärzte eine erschütternde Diagnose: Mitochondriales DNA-Depletionssyndrom (kurz MDS). Diese Erbkrankheit verursacht schwere Hirnschäden, Schwächeanfälle, Muskelschwund, Schwerhörigkeit, Atemstörungen und führt zu Nieren- und Leberschäden. Das Urteil der Ärzte ist vernichtend, denn eine Heilung gibt es nicht.

Alles, was die behandelnden Ärzte für den kleinen Jungen tun können, ist die schmerzhaften Symptome dieser heimtückischen Krankheit mit Medikamenten zu mildern, um es Charlie etwas leichter zu machen.

Doch mit fortschreitender Krankheit sehen die behandelnden Ärzte keinen Sinn mehr in weiteren lebenserhaltenen Maßnahmen für Charlie, denn es stellt sich keine Verbesserung seines Zustandes ein. Schließlich treffen die Ärzte eine folgenschwere Entscheidung.

Gegen den Willen von Connie und Chris stellt das Londoner “Great Ormond Street Hospital“ einen Antrag auf Behandlungsstopp vor Gericht. Am 11. April 2017 fällt das Gericht Charlies Todesurteil und gibt den behandelnden Ärzten damit Recht. Der mittlerweile acht Monate alte Junge darf keine weitere Medikation mehr erhalten. Chris und Connie können es nicht fassen und legen umgehend Berufung gegen das Urteil des Gerichts ein.

Kurz vor dem Gerichtsbeschluss schrieb Connie noch auf ihrer Facebook-Seite:

„Dein Kind ist krank, es gibt Medikamente, die ihm helfen könnten, aber du darfst sie ihm nicht geben. Du kämpfst über 6 Monate lang damit, dein Kind am Leben zu erhalten und dann kommt eines Tages eine Person und will diesen Kampf einfach beenden. Dienstag, 11 April 2017 um 14:00 Uhr wird über das Schicksal deines Kindes entschieden… deine elterlichen Rechte könnten dir einfach so genommen werden. Dein Kind ist zugegebenermaßen nicht wie andere acht Monate alte Kinder entwickelt, ABER es ist nicht so schlecht, wie sie es darstellen! Du bist stolz darauf, wenn dein Kind seine Hände, Füße oder seinen Mund bewegt, obwohl es nur 1-2% von seinen Muskeln benutzen kann. Du brichst zusammen vor Gericht, wenn dagegen behauptet wird: ‘Keine gezielten Bewegungen’; ‘Er kann nicht atmen, weil sein Gehirn nicht arbeitet’; ‘Er ist blind’; ‘Er schläft nur noch’; ‘Er hat Schmerzen’. – Nichts davon ist wahr!! Du bist diejenige, die jede einzelne Minute des Tages mit deinem Kind verbringt… mittlerweile über 3000 Stunden seit seiner Einlieferung ins Krankenhaus – Nur du kennst dein Kind und weißt, wann es glücklich oder traurig ist. Du fühlst, was das Beste für dein Kind ist, sonst würdest du nicht immer noch kämpfen! Du schwörst im Gerichtssaal auf die Bibel und weißt, dass du die Wahrheit sagst, wenn du behauptest: ‘Er ist nicht blind. Er reagiert auf seine Umwelt. Er hat keine Schmerzen, Seine Lebensqualität ist nicht die Beste, aber er braucht eine Chance, die Chance seinen Zustand zu verbessern. Er leidet nicht, sonst würde ich jetzt nicht hier stehen. Sein MRT sieht gut aus. Es würde ihm bald besser gehen. Bitte, vertraut uns als Eltern, wir würden ihn niemals leiden lassen. Er braucht nur eine Chance.’

Charlie, wir sind so unendlich stolz auf dich und wir hoffen, dass wir dich auch stolz auf uns gemacht haben, indem wir immer an deiner Seite stehen und trotz aller Widrigkeiten niemals aufgeben! Wir waren noch nie in unserem Leben so gestresst, aber wir würden alles noch einmal genau so machen, weil DU den ganzen Schmerz und jede einzige Träne wert bist! Du bist unser Baby und wir sind deine Eltern und wir werden ALLES für dich tun! Wir haben das Geld, wir haben unsere Reisepässe, wir haben den Arzt, der weiß, was zu tun ist… alles was du brauchst, ist eine Chance. Wir werden dich niemals aufgeben, nur weil du eine seltene Krankheit hast, denn es ist nicht deine Schuld. Du brauchst nicht sterben. Es tut mir unendlich Leid, dass dir so etwas passiert ist, ich wünschte, ich könnte deinen Platz einnehmen!! Wir lieben Dich! Wir werden bis zum bitteren Ende für dich kämpfen und wir beten dafür, dass wir dein warmes Händchen für immer festhalten können.”

Nun machen Connie und Chris Nägel mit Köpfen. Auf einer Spendenseite haben sie Geld für die medizinische Behandlung von Charlie in den USA gesammelt. Mittlerweile konnten sie so bereits eine stolze Summe von 1.269.740 Pfund (umgerechnet fast 1,5 Millionen Euro) sammeln. Was nach sehr viel Geld aussieht, ist jedoch in Anbetracht der hohen Kosten für die Behandlung in den Vereinigten Staaten eher als Mindestbetrag anzusehen.

Die Energie und Kraft, mit der Connie und Chris um das Leben ihres Sohnes kämpfen ist wirklich bewundernswert. Für den kleinen Charlie bleibt zu hoffen, dass seine Eltern, entgegen der Meinungen der britischen Ärzte, mit ihrer Einschätzung richtig liegen und es ihm ganz bald besser gehen wird.

Quelle: http://www.heftig.de

Related Posts

Einen Kommentar hinzufügen