Indischer Junge wird als Gottheit verehrt.

Der kleine Pranshu aus der indischen Stadt Jalandhar ist das jüngste Kind in seiner Familie. Armut bestimmt ihren Alltag: Sein Vater verdient ungefähr fünf Euro am Tag und muss damit seine fünf Kinder ernähren.

Aber Pranshu ist ein ganz besonderer Junge, er ist sogar richtig berühmt. Denn wenn es nach den Menschen in seinem Heimatort geht, ist Pranshu eine Gottheit! Pranshu ist nämlich mit einer Behinderung auf die Welt gekommen, die seinen Kopf hat anschwellen lassen. Zudem sitzen seine Augen tief in ihren Höhlen. Sein ungewöhnliches Aussehen lässt die Menschen glauben, dass in dem Jungen ungeahnte Kräfte schlummern.

Pranshu hat wirklich Glück, denn leider werden Kinder mit einem ungewöhnlichen Aussehen oft gemobbt und abgelehnt. Doch er erlebt genau das Gegenteil.

Schon früh bemerken die Menschen, dass Pranshu sehr Ganesha ähnelt, einer Hindugottheit mit Elefantenkopf.

Als er ein Jahr alt ist, gehen seine Eltern mit ihm zum Arzt, um herauszufinden, was mit ihm nicht Ordnung ist. Doch die Ärzte wissen auch nicht weiter. Sie vermuten, dass letzten Endes Luftverschmutzung für sein Aussehen verantwortlich ist. Hinzu kommt, dass der Junge auch Probleme beim Gehen hat. Aber er lässt sich davon nicht unterkriegen und macht das Beste aus seiner Situation.

Heute, mit sechs Jahren, ist er stolz auf sein Aussehen und würde kein anderes haben wollen. „Ich bin sehr glücklich”, sagt er fröhlich. „Ich liebe meinen großen Kopf.“ Er kann sich so akzeptieren, weil er auch von den anderen Menschen so akzeptiert wird. Es gibt einige, die tatsächlich glauben, dass er die Wiedergeburt von Ganesha sei. Sie verneigen sich vor ihm und denken, dass es Glück bringe, von ihm berührt zu werden. Und so setzt sich Pranshu jeden Tag auf die Straße, um die Menschen zu segnen, die zu ihm kommen.

Auch Pranshus Vater ist davon überzeugt, dass sein Sohn eine Gottheit ist: „Ich verehre ihn. Er gibt allen seinen Segen und lässt die Wünsche der Dorfbewohner, die ihn aufsuchen, wahr werden.“

Jeden Morgen bringt sein Vater ihn mit dem Fahrrad zur Schule. Und wenn Pranshu unbeholfen das Klassenzimmer betritt, lacht niemand. Niemand ärgert ihn, denn alle glauben, dass er göttlich ist.

Seine berührende Geschichte kannst du in folgendem Video (auf Englisch) ansehen:

Es ist wirklich faszinierend, wie sehr die Kultur eines Landes dazu beiträgt, wie Menschen wahrgenommen und akzeptiert werden. Pranshu hat das seltene Glück, gerade wegen seiner Behinderung geliebt zu werden. So kann er ein glückliches und zufriedenes Leben führen und dazu beitragen, dass auch andere betroffene Menschen Mut fassen.

Quelle: http://www.heftig.de

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