7 Verhaltensweisen von Kindern, die Eltern in den Wahnsinn treiben

Alle Eltern wollen nur das Beste für ihre Kinder. Aus ihnen sollen einmal mental stabile und glückliche Erwachsene werden, die zudem gute moralische Wertvorstellungen haben. Genau aus diesem Grund sollten Eltern wissen, wie sie am effektivsten mit dem manchmal höllisch nervigen Verhalten des eigenen Kindes umgehen. Viele Mütter und Väter machen nämlich – oft aus Unwissenheit – das Problem nur noch schlimmer.

Trotzdem gibt es erst einmal Entwarnung: Die folgenden 7 Verhaltensweisen sind bei Kindern vollkommen normal und du musst dir deswegen nicht sofort Sorgen machen.

1. Jammern
Dieses Verhalten zehrt besonders an den Nerven vieler Eltern, denn nur allzu oft wird aus dem anfänglichen Weinen ein regelrechter Wutanfall. Die Stimme des Kindes nimmt eine Tonlage an, welche die Ohren vieler Erwachsener zusätzlich strapaziert. Zunächst einmal solltest du herausfinden, ob sich dein Kind krank fühlt oder womöglich verletzt hat. Ist dies nicht der Fall, ist es ein Fehler, mit Konsequenzen zu drohen, wenn dein Kind nicht sofort damit aufhört. Am Ende werden diese ohnehin oft nicht eingehalten.

Setze stattdessen ein Pokerface auf und reagiere nicht auf das Jammern. Sage deinem Kind in einem freundlichen Ton, dass es doch bitte auch beim Jammern seine „normale“ Stimme benutzen soll. Dadurch wird es sich automatisch schneller wieder beruhigen.

2. Kleckern und Verschütten

Beim Essen und Trinken landet bei vielen Kleinkindern immer wieder einmal etwas auf dem Boden. Handelt es sich dabei um einen hellen und/oder teuren Teppich, ist der Ärger bei vielen Eltern oft groß. Wenn du weißt, dass dein Kind öfters kleckert, solltest du schon vor dem Essen eine Abdeckfolie auf den Boden legen. Mit diesem Trick kommst du auch nicht in die Gefahr, dich über das Malheur aufzuregen und den Frust an deinem Kind auszulassen.

3. Stehlen
Plötzlich bringt das Kind eine Schachtel Buntstifte aus dem Kindergarten mit nachhause oder hat eine Süßigkeit aus dem Supermarkt in der Hand, die du gar nicht bezahlt hast. Nicht wenige Kinder neigen zum Klauen. Sie haben noch nicht das nötige Verständnis für das Eigentum von anderen. Mit der Zeit verflüchtigt sich dieses Verhalten jedoch von selbst wieder. Es kann einen Versuch darstellen, Aufmerksamkeit zu erhalten. Manchmal steckt auch Eifersucht auf das Geschwisterchen dahinter, wenn dieses z.B. beschenkt wurde und das Kind selbst nicht. Oft verbergen sich nicht einmal tiefere psychologische Gründe hinter dem Klauen: Kinder denken einfach, dass sie genau diesen Gegenstand benötigen.

Wie sollten Eltern damit umgehen, wenn sie merken, dass ihr Kind stiehlt? Nun, erkläre deinem Sprössling, dass es nicht in Ordnung ist, Dinge, die anderen Menschen gehören, ohne Erlaubnis mitzunehmen. Zudem solltest du dein Kind fragen, warum es das gemacht hat. Als Elternteil bringst du anschließend den gestohlenen Gegenstand wieder zum Eigentümer zurück bzw. bezahlst ihn gegebenenfalls. Bitte auch beim Besitzer für das Verhalten deines Kindes um Entschuldigung.

4. Quengeln
Es ist nervig, wenn du dauernd von deinem Kind gestört wirst, wenn du z.B. in Ruhe telefonieren oder die Fenster putzen möchtest. Generell gilt: Versuche solche Aktivitäten so kurz wie möglich zu halten. Eine Stunde lang telefonieren ist in den seltensten Fällen notwendig. Stelle z.B. eine Eieruhr auf 3, 5 oder 10 Minuten und gib deinem Kind die Aufgabe, sich selbst zu beschäftigen, bis der Wecker klingelt. Das wird leichter, wenn du einfach ein paar Spielsachen bereitstellst. Bedenke zudem, dass Kleinkinder einen kürzeren Geduldsfaden haben als ältere.

5. Lügen

Im Alter von 3 bis 7 Jahren lügen Kinder am häufigsten. Sie können das Geschehene noch nicht umfassend verarbeiten und haben oft eine sehr lebendige Fantasie. Ab einem Alter von 7 Jahren wissen sie jedoch ganz genau, ob sie die Wahrheit sagen oder gerade flunkern. Lügen Kinder im Schulalter sehr häufig, kann das an fehlendem Vertrauen zu den Bezugspersonen liegen. Du solltest daher auf eine liebevolle und offene Atmosphäre in der Familie achten, damit dein Kind keine Angst davor hat, auch Fehler zuzugeben. Des Weiteren lügen Kinder aus Schamgefühlen, Überforderung im Alltag oder in der Schule, dem Wunsch nach Anerkennung oder aus Angst vor einer Bestrafung. Kommt das extrem häufig vor, weist dies ggf. auf mangelndes Selbstbewusstsein, emotionalen Stress oder sogar eine ernsthafte Verhaltensstörung hin.

Du solltest deinem Kind erklären, wie wichtig Ehrlichkeit und Vertrauen sind und dass es keinen Grund gibt zu lügen. Du selbst solltest bei einer aufgedeckten Lüge gelassen bleiben und in aller Ruhe mit deinem Kind über die Ursache sprechen.

6. Geschwisterstreit
Vor allem Eltern, die mehr als zwei Kinder haben, kennen dieses Problem nur zu gut: Die Geschwister streiten sich – und das teilweise mehrmals täglich. Kein Verbot und kein Appell an das „bessere Ich“ („Ihr seid Geschwister! Ihr müsst euch lieb haben.“) scheint auch nur ansatzweise Wirkung zu zeigen. Besonders wenn die Kinder nur einen kleinen Altersunterschied haben, gehört Streiten offenbar zur festen Tagesordnung. Das macht viele Eltern traurig, denn sie fühlen sich hilflos und wollen doch gerne ein friedliches Miteinander aller Familienmitglieder.

Die Ursachen des Streitens sind vielfältig. Zu den häufigsten gehört jedoch der Konkurrenzkampf um die Aufmerksamkeit der Eltern. Zudem wissen Kinder oft nicht, wie sie mit Konflikten richtig umgehen und diese lösen können. Nicht allzu selten tragen auch Eltern eine Mitschuld am Zanken der Geschwister, indem sie diese miteinander vergleichen oder ein bestimmtes Kind bevorzugen. Versuche zunächst einmal herauszufinden, warum sich deine Kinder streiten und welche Bedürfnisse dahinterstecken könnten. Anschließend solltest du sie in den Arm nehmen und trösten. Das allein beruhigt die Streithähne oft schon. Zu guter Letzt ist es wichtig, gemeinsam mit den Kindern Lösungen für die Situation zu erarbeiten.

7. Respektlosigkeit und keine Manieren
Wenn Kinder die Augen rollen, hinter deinem Rücken reden, keine Tischmanieren haben oder auf Höflichkeitswörter wie „bitte“ und „danke“ verzichten, dann solltest du das nicht ignorieren. Hierbei ist es jedoch der falsche Weg, wütend zu werden oder die Kinder zu einem bestimmten Verhalten zu zwingen, indem man mit Bestrafungen droht. Besser ist es, ihnen die Wichtigkeit eines respektvollen und freundlichen Umgangs mit den anderen zu verdeutlichen. Da Kinder vieles aus ihrer Umgebung aufschnappen, sollten gerade Eltern als gute Vorbilder dienen.

Auch wenn die genannten Verhaltensweisen von Kindern das Nervenkostüm von Mama und Papa gehörig auf die Probe stellen, lohnt es sich, ruhig zu bleiben. Mach dir klar, dass die Kleinen das nicht tun, weil sie dich ärgern wollen. Dann fällt es dir auch leichter, beim nächsten Mal gelassen zu bleiben. Das wirkt sich positiv auf die psychische Entwicklung deiner Kinder aus.

Related Posts

Einen Kommentar hinzufügen