Badengehen ohne Reue

Dem Sprung ins kühle Nass steht nichts im Wege: Ein Großteil aller Badegewässer in Europa sind sauber, 85 Prozent erfüllen sogar strengste Kriterien, so der aktuelle Bericht der Europäischen Umweltagentur. In Deutschland kann man in 97 Prozent alle Seen, Flüsse und Küsten unbesorgt baden gehen.

Badegewässer

Unbedenklichen Badespaß gibt es an mehr als 97 Prozent deutscher Badestellen (Foto: EUA)

Bei sommerlichen Temperaturen locken Seen, Flüsse und Meeresküste zum kühlenden Bad. Aber wie gut ist die Wasserqualität? Ist das Wasser mit Fäkalkeimen oder eingeschwemmte Abwässer aus der Landwirtschaft verunreinigt, kann dies zu gesundheitlichen Folgen führen, wenn man beispielsweise beim Schwimmen Wasser schluckt. Um vor solchen Gefahren zu warnen, führt die EU alljährlich großangelegte Tests von mehr als 21.000 Badegewässern in Europa durch.

Insgesamt sehr gute Qualität

Die aktuellen Daten zur Qualität der Badestellen hat nun die Europäische Umweltagentur (EUA) in einem Bericht veröffentlicht. Und er beinhaltet gute Nachrichten: Die Qualität der europäischen Badegewässer hat sich weiter verbessert. Inzwischen erfüllen 96,3 Prozent aller Badeorte die Mindestanforderungen der Badegewässerrichtlinie der EU für eine ausreichende Qualität.

Mehr als 85 Prozent der Badegebiete erfüllten 2016 sogar die strengsten Qualitätsnormen und verdienen die Beurteilung “ausgezeichnet”, wie die EUA berichtet. Diese Badegewässer sind demnach weitgehend frei von Schadstoffen, die die menschliche Gesundheit und die Umwelt belasten könnten.

“Es ist ein ermutigendes Zeichen, dass mehr und mehr Badegewässer in ganz Europa die höchsten Qualitätsstandards erfüllen”, sagt Hans Bruyninckx, Exekutivdirektor der EUA. “Dies trägt dazu bei, dass die Europäer fundiertere Entscheidungen in Bezug auf die Badegebiete fällen können, die sie in diesem Sommer besuchen wollen.”

Deutschland: Gut 97 Prozent sind sauber

Deutschland gehört zu den Ländern mit besonders viel sauberen Badegewässern. Mehr als 97 Prozent aller untersuchten Badestellen an den Küsten von Nord- und Ostsee erfüllten die Qualitätskriterien. Bei den Badestellen an den Seen und Flüssen im Inland waren es sogar 97,9 Prozent, wie die EUA berichtet. Mehr als 90 Prozent wurden hier sogar als ausgezeichnet bewertet.

Ein Beispiel für die Verbesserung deutscher Badegewässer ist die Ruhr: In diesem Jahr wurde erstmals wieder eine Badestelle am Essener Baldeneysee eröffnet. Nach 40 Jahren als verschmutzte Kloake von Kohleabbau, Stahlindustrie und anderen Industrien des Ruhrgebiets ist die Ruhr nun wieder ein sauberer Fluss.

Ebenfalls sehr gut ist die Wasserqualität in Griechenland mit 97 Prozent ausgezeichneter Badestellen und Österreich mit 95 Prozent. In Zypern, Luxemburg und Malta erreichten sogar 99 Prozent der Badeorte die Bewertung ausgezeichnet. Weniger gut sieht es dagegen in Italien, Frankreich und Spanien aus. In Italien erfüllten 100 Badeorte die Mindestanforderungen nicht, in Frankreich fielen 82 Badestellen durch. In Spanien wurden 39 Badestellen mit schlechter Wasserqualität festgestellt, die meisten davon im Inland.

Eine interaktive Karte der Qualität europäischer Badegewässer finden Sie hier

Quelle: Europäische Umweltagentur

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