Brasilien ruft Notsituation aus: Über 3000 Babys wurden mit kleinen, deformierten Köpfen geboren

Ein plötzlicher Anstieg der Neugeborenen, die mit Mikrozephalie zur Welt kommen, besser gesagt mit unterentwickelten Gehirnen und Schädeln, hat Brasilien dazu gezwungen, hoffnungsvolle Müttern zu raten, geplante Schwangerschaften zu verschieben, um den Geburtsfehler zu umgehen. Die Gesundheitsbehörden untersuchen mehr als 3.000 Verdachtsfälle für Mikrozephalie und 38 Todesfälle bei Neugeborenen, die sich 2015 ereignet haben. 2014 gab es in dem Land nur 147 Fälle von Mikrozephalie.

Im November rief Brasilien einen landesweiten Krisenfall des öffentlichen Gesundheitswesens aus und nannte das „eine nie dagewesene Situation, nie dagewesen in der wissenschaftlichen Forschung weltweit“ und stellte Ressourcen zur Verfügung, um die Gründe für diesen Anstieg zu untersuchen. Claudio Maierovitch, der Direktor der Abteilung zur Überwachung von Infektionskrankheiten, sagte:

„Es ist entscheidend, dass die Vorfälle in jedem Fall gemeldet werden, so dass sie überwacht werden können. Für schwangere Frauen ist es wichtig, dass sie die pränatalen Routinen befolgen und keine Medikamente ohne die Anweisung dazu einnehmen. Ebenfalls ist es wichtig, Kontakt mit Moskitos zu vermeiden, welche die Krankheit übertragen, insbesondere Aedes aegytpi. Schwangere Frauen mit Krankheitssymptomen sollten die Ratschläge der Ärzte befolgen.“

@BostonChildrens: „Drastischer Anstieg der Mikrozephalie (Babys werden mit zu kleinen Köpfen geboren) in Brasilien hängt wahrscheinlich mit dem #Zika Virus zusammen.“

Die Ärzte in Brasilien untersuchen den Zusammenhang zwischen dem Zika-Virus, ein von Moskitos übertragenes Virus, das die Größe der Gehirne und Schädel von Neugeborenen einschränkt, von dem sie glauben, es könne die Ursache dafür sein, dass Tausende Neugeborene mit einem unheilbaren und seltenen Defekt geboren werden. Im Mai 2015 meldete Brasilien den ersten Fall von Zika und bis Dezember 2015 hatte sich das Virus in mehreren Ländern in Zentral- und Südamerika ausgebreitet.

Rio de Janeiro, Gastgeber der Olympischen Spiele 2016, gehört zu den Gebieten in Brasilien, in denen das Zika-Virus gefunden wurde. Der Washington Post zufolge entsendet das Gesundheitsministerium Wagenladungen mit Larvizid dorthin – genug, um damit 3.560 olympische Schwimmbecken zu füllen – in die Länder im Nord- und Südosten, die am meisten davon betroffen sind.

Dr. Kleber Luz, ein Facharzt für Infektologie an der Staatlichen Universität von Rio Grande do Norte, sagte, dass ungefähr 80% der Mütter, deren Babys in Rio Grande do Norte unter Mikrozephalie litten, im ersten Trimester der Schwangerschaft auch Symptome aufwiesen, die mit Zika zusammenpassen.

Angela Rocha, die pädiatrische Fachärztin für Infektologie am Oswaldo Cruz-Krankenhaus in Brasiliens am schlimmsten betroffenem Land, erklärte der CNN gegenüber:

„Es ist eine sehr persönliche Entscheidung, aber in diesen unsicheren Zeiten raten wir Familien, wenn möglich ihre Familienplanung zu verschieben, das ist unsere Empfehlung… Diese Neugeborenen werden ihr ganzes Leben lang besondere Aufmerksamkeit benötigen. Das bedeutet emotionalen Stress, den man sich einfach nicht vorstellen kann. Hier in Pernambuco sprechen wir von einer ganzen Generation Babys, die davon betroffen sein wird.“

Es wird angenommen, dass das Virus von dem Aedes-aegypti-Moskito übertragen wird. Dieses Insekt kann auch Gelbfieber, Denguefieber und Chikungunya übertragen. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Deformierung während der Schwangerschaft ereignet, nachdem die Mutter sich mit dem Zika-Virus über einen Moskitobiss angesteckt hat.

Zika hat seinen Namen von einem Wald in Uganda erhalten, in dem Forscher das Virus in den 1940er Jahren entdeckten. Oft bleibt es bei den infizierten Personen unbemerkt und wurde als nicht besonders lebensgefährlich betrachtet, bevor es sich nach Brasilien ausbreitete. Das Land bietet den idealen Nährboden für die rasche Verbreitung von Zika. Vor dem Ausbruch von Zika rang Brasilien bereits mit einer weitaus tödlicheren Denguefieber-Epidemie – in dem Land wurden bis zu 1,6 Millionen Fälle von Dengue im Jahr 2015 gemeldet.

Quelle: http://derwaechter.net

Related Posts

Einen Kommentar hinzufügen