Flüchtlingshilfe-Gelder flossen an Mafia-Clan

Auch die italienische Mafia profitiert offenbar vom Flüchtlings-Business, wie ein aktueller Fall zeigt.

Die Ndrangheta, die Mafia in der süditalienischen Region Kalabrien, war offenbar ganz groß im Flüchtlingsbusiness involviert. Der einflussreiche Arena-Clan bereicherte sich demnach an der Verwaltung von Flüchtlingslagern in Kalabrien selbst und auf der Insel Lampedusa. Dabei sollen speziell dafür gegründete Unternehmen der Mafia Aufträge für die Lieferung von Speisen an die Migranten in den Lagern erhalten haben.

Der Leiter der Wohltätigkeitsorganisation Misericordia in der Stadt Isola Capo Rizzuto sowie ein Pfarrer wurden bei der Razzia der Polizei wegen des Verdachts der Korruption festgenommen. Insgesamt wurden, so die italienische Polizei, 68 Personen verhaftet, weil sie aus der Versorgung der Migranten ein profitables Geschäft machten, indem sie sich mittels Korruption selbst bereicherten.

Der sizilianische Staatsanwalt Carmelo Zuccaro hatte vergangene Woche gewarnt, dass mafiöse Organisationen an Gelder für die Flüchtlingsversorgung kommen wollen. Er ermittelt zudem wegen Verbindungen zwischen diversen Hilfsorganisationen und den Schleppern im Mittelmeer. Italien wird heute mindestens 4,6 Milliarden Euro für die Versorgung der Migranten aufwenden müssen, die über das Mittelmeer ins Land gebracht werden.

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