Gräueltaten von Pariser Metzger

Im Paris des 14. Jahrhunderts ereignete sich ein bizarres Verbrechen in der Rue Chanoinesse auf der Île de la Cité – mitten im Herzen der Stadt.

Die Straße galt als Geheimtipp unter Pariser Feinschmeckern. Selbst der Adel begab sich in die schmale Gasse, um die berühmte Pastete eines dort ansässigen Metzgers zu verköstigen. Es heißt, dass die Leckereien sogar König Karl VI. in die Gegend gezogen hätten.

Umso größer war der Schrecken, als herauskam, woraus diese lokale Spezialität eigentlich bestand.

Der Metzger war mit dem benachbarten Barbier gut befreundet. Der Haarsalon teilte sich mit der Metzgerei sogar einen gemeinsamen Keller. Wenn man aber erfährt, was die beiden in dem Gemäuer trieben, gefriert einem das Blut in den Adern.

Der Barbier versuchte ganz bewusst, junge auswärtige Studenten anzulocken, die auf der Île de la Cité wohnten. Warum? Nun, meistens hatten sie in der Stadt keine weiteren Angehörigen, die nach ihnen suchen konnten.

Er überwältigte seine Kunden beim Rasieren, schleppte sie in den Keller und schnitt ihnen dort mit einer Rasierklinge die Kehle durch.

Auch der Metzger gesellte sich bald hinzu und nahm die leblosen Körper mit. In der Fleischerei filetierte er die Leichen erst und drehte sie dann durch den Fleischwolf. Aus dem nun fein gehackten Menschenfleisch produzierte er seine berühmten Pasteten.

Die makabere Zusammenarbeit währte über drei Jahre. Und wäre ihnen nicht der vierbeinige Freund eines ihrer Opfer auf die Schliche gekommen, wäre ihr Treiben höchstwahrscheinlich noch deutlich länger unentdeckt geblieben.

Der Student war zusammen mit seiner Frau und seinem Hund in der Stadt. Als sein Herrchen aus dem Salon nicht mehr zurückkehrte, wartete das treu ergebene Tier geduldig vor dem Eingang.

Nach ein paar Stunden wurden die Sorgen bei der Ehefrau immer größer. Sie machte sich auf die Suche und fand den Hund, wie er noch immer vor dem Haarsalon saß. Die zur Hilfe gerufene Stadtwache durchsuchte den Laden und deckte im Keller die furchtbare Gräueltat auf.

Die Stadtwache fand dort eine Unmenge an menschlichen Knochen und rohem Fleisch. Nach dem Fund wurden der Metzger und der Barbier auf der Stelle festgenommen. Zur Strafe wurden die beiden bei lebendigem Leibe verbrannt und ihre Geschäfte zerstört.

Danach dauerte es nicht lange, bis die Bewohner aus diesem Teil der einst so berühmten Rue Chanoinesse auszogen. Keiner wollte auch nur in der Nähe eines Ortes leben, an dem so viel Leid und Schrecken geschehen waren.

Es dauerte über 100 Jahre, bis die Gegend wieder zu neuem Leben erweckt wurde. Ein Großteil der Gebäude wurde von Grund auf restauriert, und doch kann man in den Gewölben mancher Häuser noch heute alte Grundsteine entdecken.

n der Rue Chanoinesse, Hausnummer 20 – das ist die alte Adresse des Haarsalons des Schreckens –, befindet sich heute übrigens eine Polizeistation – welch Ironie!

Die Rue Chanoinesse war Schauplatz eines der fürchterlichsten und grausamsten Verbrechen in der Geschichte Frankreichs. Solltest du jemals Paris besuchen, dann lass es dir nicht entgehen, durch diese augenscheinlich so unschuldige Gasse zu schlendern.

Quelle: http://www.heftig.de

Related Posts

Einen Kommentar hinzufügen