Laserpointer können das Kinderauge irreparabel schädigen.

Spielzeuge, selbst solche für kleine Kinder, werden immer ausgeklügelter und sind voller Technik. Fast in jedem Spielzeug steckt Elektronik oder ein kleiner Computer. In manchen Plastik-Pistolen sind sogar echte Laser eingebaut.
Laser finden sich heutzutage überall: nicht nur in Spielzeug, sondern auch an Supermarktkassen oder in Laserpointern. Doch obwohl sie immer mehr Verwendung finden, vergessen viele Menschen noch immer, dass diese technischen Spielereien nicht ganz ungefährlich sind.

Von einem besonders tragischen Fall weiß der Augenarzt Dr. Ben Armitage aus dem australischen Hobart zu berichten: Im November 2015 sucht ihn ein 14-jähriger Junge auf, der über Augenprobleme klagt. Als der Arzt weiter nachfragt, erzählt der Junge, dass er für einen sehr kurzen Moment in einen Laserpointer geblickt hat. Das Resultat ist katastrophal, denn der kurze Augenblick hat schon genügt, um das Auge irreparabel zu beschädigen.

Die Untersuchung der Augen zeigt Laserverbrennungen in beiden Augen nahe der Makula. Die Makula ist ein eng umschriebenes Areal im hinteren, zentralen Bereich der Netzhaut, in dessen Mitte die Verteilung der farbempfindlichen Sinneszellen die größte Dichte erreicht (in folgender Abbildung etwa im Bereich K). Deswegen sind die Laserverbrennungen hier auch besonders fatal.

Der Junge erzählt, dass er keine Schmerzen gehabt hat, aber seine Sicht war sofort beeinträchtigt. „Seine Sehkraft hat sich auf 25 Prozent reduziert und unglücklicherweise ist es in seinem Zustand unwahrscheinlich, dass sich sein Auge erholt“, sagt Dr. Armitage.

Eventuell wird sich das Auge des 14-Jährigen ein wenig erholen, wenn die Schwellungen zurückgehen, aber vermutlich wird seine Sehkraft dauerhaft drastisch reduziert bleiben. Der Fall des Jungen macht klar, dass es außerordentlich wichtig ist, mit Spielzeug mit integriertem Laser immer verantwortungsvoll umzugehen und Kinder niemals unbeaufsichtigt damit spielen zu lassen.

Wenn du einen Laserpointer kaufst, empfiehlt die Strahlenschutzkommission, auf Folgendes zu achten:

Einen Laserpointer verwenden, der als Klasse 1 oder 2 klassifiziert ist und dessen Leistung 1 mW nicht überschreitet.
Die Gebrauchsanweisung vor Benutzung lesen, um sich über die Gefahren zu informieren.
Laserpointer nicht als Spielzeug verwenden, denn ihr Gefährdungspotential ist erheblich.
Niemals mit dem Pointer in die Augen zielen, da es sonst zu Augenschäden kommen kann.
Darauf achten, dass Laserpointer in Spielzeugen der Klasse 1 entsprechen. Dies muss entsprechend vermerkt sein.
Unter gar keinen Umständen sollte man sie Kindern nicht zum Spielen geben, denn sie könnten noch immer gefährlich sein, wie das Beispiel von Dr. Armitages kleinem Patienten zeigt. Es ist immer Vorsicht beim Umgang mit Lasern geboten, denn eine einzige Sekunde reicht schon aus, um eines unserer wichtigsten Sinnesorgane dauerhaft zu beschädigen.

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