Putin bezeichnet „milliardenschwere“ Oligarchen wegen Fabrikschließung als „Kakerlaken“

Wenn Politiker um uns herum Millionen an Kampagnenbeiträgen erhalten, die von Unternehmen gespendet werden, welche oftmals in der Hand von Milliardären sind, könnte man eigentlich ein wenig skeptisch werden.

Wenn Rettungspakete und das Vertrauen auf den ‚trickle-down-Effekt‘ (wonach das Geld der Profiteure auf lange Sicht nach unten durchsickern und zum Wohlstand aller beitragen werde) zu einer „Erholung“ führen, die nichts weiter ist als eine Vermögensumverteilung von den Armen zu den Reichen ist, dann könnte man wütend zu werden.

Wenn die Politiker anfangen, der Polizei zu gestatten, gegen jedermann vorzugehen, von Kindern, über Behinderte, bis hin zu den Obdachlosen, um den Status quo zu bewahren, und dabei selbst straffrei bleiben, dann wissen Sie, dass Sie nicht allein sind, wenn Sie sich darüber Gedanken machen

Ist es nicht erfrischend, einen Politiker zu sehen, der zumindest nach Außen hin für das Volk da zu sein scheint, anstatt offen Dollars an wohlhabende Unterstützer zu leiten? Der betreffende Politiker ist indes nicht Amerikaner. Putin, was auch immer man über ihn sagen mag, ist irgendwie ein Mann für sein Volk. Und sie wissen es, was sich in einer Zustimmungsrate von über 80% ausdrückt, im Gegensatz zu den armseligen Zustimmungswerten von Politikern in anderen Ländern. Wenn man in einem Land der Freiheit lebt, scheint es irgendwie „normal“ zu sein, wenn man seinen Präsidenten nicht mag. Alles weitere wäre Propaganda!

Im Video können wir Putin dabei beobachten, wie er einen wohlhabenden Oligarchen zwingt, eine Fabrik wieder zu öffnen. Er hatte die Einwohner der russischen Stadt Pikalyovo überrascht, nachdem mehrere hundert Menschen gegen die Schließung der einzigen Fabrik der Stadt protestierten, was dazu führen würde, dass viele Arbeitslose nicht wüssten, wohin sie gehen können und wovon sie künftig leben sollen. Anstatt die Leute zu schelten, ihnen vorzuwerfen, nicht hinreichend ausgebildet zu sein, dem Fortschritt im Wege zu stehen, oder sogar das ganze Land wettbewerbsunfähig zu machen… anstatt seine Hände zu ringen und zu erklären, dass er nichts tun könne, oder dass der Milliardär sein Äußerstes tun werde, um den Leuten zu helfen – wie es viele Politiker gern zu tun pflegen – hat Putin sofort damit begonnen, die Fabrik neu zu starten.

In einem Treffen, über das landesweit berichtet wurde, sagte Putin, „Sie haben Tausende von Menschen zu Geiseln Ihrer Ambitionen gemacht, Ihres Mangels an Professionalität – oder vielleicht einfach Ihrer trivialen Geldgier. Tausende von Menschen. Es ist völlig inakzeptabel.“ Er sagte auch, dass die Männer wie Kakarlaken gehuscht wären, als er unerwartet eintraf. Nachdem jeder außer dem Oligarchen das Dokument über die Wiedereröffnung der Fabrik unterzeichnet hatte, schleuderte Putin ihm verachtungsvoll einen Stift hin und brachte den eingeschüchterten Milliardär dazu, seine Unterschrift unter die Vereinbarung zu setzen. Als der Oligarch versuchte, mit dem Stift wegzugehen, sagte Putin ihm, den Stift zurückzugeben. Wie ein Boss. Der Diebstahl eines Stifts wird nicht toleriert, auch nicht, wenn er von einem Milliardär begangen wird. 1,5 Millionen Dollar an rückständigen Löhnen wurden an die Arbeitnehmer ausgezahlt, von denen viele bereits in verzweifelter Armut lebten. Nichts, was ein Milliardär nicht mühelos leisten könnte.

Obwohl dies vermutlich wohl nur ein Werbegag ist, wäre es sicherlich sehr gut, wenn unsere eigenen Politiker überhaupt einmal zumindest so tun würden, als ob sie den geretteten Banken, Milliardären und Konzernen die Stirn bieten. Ein Volksvertreter ist ziemlich wertlos, wenn seine einzige wirkliche Aufgabe darin besteht, die Menschen wegen der Gier der Konzerne zu unterdrücken.

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