Schwangerschaft & stillen

Eine Unterversorgung mit Vitamin B12 in der Schwangerschaft sorgt für Entwicklungsprobleme der Kinder. Der Konsum von Eiern, Milchprodukten und Fleisch kann dagegen helfen.

Eine norwegische Studie bestätigt, dass fünfjährige Kinder mit teils erheblichen Entwicklungsproblemen des Gehirns zu kämpfen haben, wenn die Mutter während der Schwangerschaft zu wenig Vitamin B12 zu sich nahm. Die Kinder zeigen demnach Probleme bei der Sprachentwicklung, in Sachen Rechnen und beim Verständnis von Emotionen anderer Kinder.

In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus Nepal und den USA wurde die Studie in dem armen Himalaya-Staat durchgeführt, weil es dort aufgrund der grassierenden Armut auch zu Mangelernährung kommt. Dabei wurden von 500 Säuglingen Blutproben zur Messung des Vitamin-B12-Levels genommen und fünf Jahre später konnten 320 einem Test unterzogen werden. Dabei zeigte sich eine klare Korrelation zwischen der Versorgung als Neugeborene und der Leistungsfähigkeit des Gehirns.

“Wir fanden Unterschiede darin, wie die Kinder abhängig vom Vitamin-B12-Level als Neugeborene komplexe geometrische Figuren interpretierten und im Grad dessen, wie sie die Emotionen anderer Kinder erkennen konnten”, so die klinische Psychologin und Forscherin Ingrid Kvestad, die beim Uni Research Health in Bergen arbeitet und Erstautorin des Werks ist.

Vitamin B12, auch bekannt als Cobalamin, ist für das menschliche Gehirn enorm wichtig und vor allem in tierischen Produkten wie Fleisch bzw. vor allem Innereien, Milchprodukten wie Käse und Quark und Eiern enthalten. Einen besonders hohen Wert des Vitamins weist auch die Chlorella-Alge auf, die auch für Vitamin-B12-Präparate verwendet wird. Diese Alge kann vor allem bei Frauen, die sich vegan oder vegetarisch ernähren, den Mangel an Vitamin B12 beheben.

Neugeborene haben ein kleines Deposit von Vitamin B12, welches sie von ihrer Mutter im Uterus erhielten. Danach erhalten sie dieses Vitamin über die Muttermilch oder über das Milchpulver für Flaschenfütterung. Umso wichtiger ist es auch, dass gerade werdende und auch stillende Mütter bei ihrer Ernährung darauf achten, genügend Vitamin B12 zu sich zu nehmen, damit die ausreichende Versorgung des Babies gewährleistet ist.

Im nächsten Schritt wollen die Forscher herausfinden, ob die Unterversorgung mit Vitamin B12 auch längerfristige Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder hat, oder ob dies lediglich auf die frühkindliche Phase affektiert.

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