St. Vincent: Paradiesischer Urlaub vor Piratenkulisse

Als wilder Pirat der schrägen Art erobert Captain Jack Sparrow alias Johnny Depp nun bereits zum fünften Mal die Kinos – und entführt uns in die Karibik. Fernweh und Abenteuerlust sind da vorprogrammiert. Warum also nicht einmal selbst ins Paradies reisen? Auf St. Vincent können Touristen auf den Spuren der Filmhelden aus “Fluch der Karibik” wandeln, zu Wasser wie zu Land atemberaubende Natur erkunden oder nach karibischer Manier die Seele baumeln lassen: das perfekte Reiseziel für alle, denen das Paradies auf der Leinwand nicht reicht.

Etwas abseits der Touristenpfade in der Karibik liegt das Inselreich St. Vincent und die Grenadinen. Die Hauptinsel des rund 390 Quadratkilometer großen Archipels kann ihren vulkanischen Ursprung kaum verbergen. Hoch ragt im Norden der immer noch tätige Vulkan La Soufrière empor, der das letzte Mal 1979 grollte. An seinem Fuß erstreckt sich dichter, bergiger Regenwald. Die Küsten prägen weiße Palmenstrände und kristallklares Wasser – ein facettenreiches Paradies.

Auf den Spuren von Captain Jack Sparrow

Es scheint dieser Kontrast aus idyllischen Stränden, einsamen Buchten und wildem Urwald zu sein, der Filmemacher immer wieder magisch anzieht. St. Vincent bietet die perfekte Kulisse für Geschichten über Freiheit und Abenteuer. Denn die liegen hier förmlich in der Luft. Kein Wunder also, dass auch das “Fluch der Karibik”-Team die Insel zum idealen Drehort für das Piratenspektakel mit Johnny Depp auserkor und in der Walilabou Bay kurzerhand Piers und Lagerhäuser im Stil des 18. Jahrhunderts aufbaute.

Seitdem ist die Bucht zur Pilgerstätte für Cineasten geworden. Fans der Hollywood-Piratenfilme kommen, um die Szenerie mit den aus dem ersten Teil bekannten Felsformationen zu bewundern – dort, wo der exzentrische Captain Jack Sparrow auf der Suche nach seinem Schiff vor den Skeletten der Erhängten salutierte. Auch die Kulissenbauten von damals sind noch an Ort und Stelle zu besichtigen. Sie blieben nach den Dreharbeiten einfach stehen. Inzwischen hat der Zahn der Zeit allerdings sichtlich an ihnen genagt.

Segeln und Tauchen im Naturparadies

St Vincent, die ihren Namen trägt, seitdem Christopher Kolumbus im Jahr 1498 am Sankt Vinzenz-Tag dort an Land ging, lohnt jedoch keinesfalls nur für Filmfreunde einen Besuch – ganz im Gegenteil. Das Meer um die Hauptinsel und die 32 weiteren, größtenteils unbewohnten Inseln des Archipels ist ein weltweit beliebtes Segelrevier, das zum “Insel-Hopping” einlädt. Auch zum Tauchen kommen Besucher gerne hier her. In den niedrigen Gewässern um die Grenadinen wimmelt es von tropischen Tieren wie Hummer, Muscheln, Fische und Schildkröten. Schon in zehn Metern Tiefe finden Taucher intakte Korallenriffe. Außerdem sind hier gleich sechs Delfinarten heimisch.

Ebenso gut wie Unterwasser können Urlauber auf St. Vincent an Land aktiv sein: Vor allem durch die bergige Landschaft rund um den Vulkan ziehen sich zahlreiche Wanderwege und Mountainbike-Strecken. Als Lohn für die Anstrengung bieten sich immer wieder spektakuläre Ausblicke über die Inselgruppe und Begegnungen mit exotischer Flora und Fauna, zum Beispiel Affen und Leguane. Zahlreiche Wasserfälle locken zudem für eine kühlende Pause.

St. Vincent: Paradiesischer Urlaub vor Piratenkulisse

Entspannung pur für Sonnenanbeter

Botanik-Fans kommen auf der Karibikinsel ebenfalls auf ihre Kosten: Nicht umsonst trägt sie wegen ihrer üppigen Vegetation den Beinamen Smaragdinsel. Grün ist allerdings nur einer der vorherrschenden Töne auf der Insel. Auch bunte Früchte wie Mangos, Bananen oder Avocados sind scheinbar im Überfluss vorhanden. Prächtig blühende Pflanzen von Hibiskus, über Bougainville, bis hin zu Frangipani oder Oleander komplettieren die Farbmischung und sorgen für paradiesisches Flair.

In dieser stimmungsvollen Umgebung lässt es sich auch ausgezeichnet faulenzen. Wer Lust auf gemütliches Sonnenanbeten hat, findet auf St. Vincent die idealen Bedingungen dafür – und passt sich damit sogar an die Mentalität der Einheimischen an. Denn die Insel hat ohnehin ihre ganz eigene, für Europäer wohl anfangs befremdliche Schrittgeschwindigkeit. Frei nach dem Motto “Relax, man!” geht man das Leben mit einer gelassenen Langsamkeit an: Zur Ruhe kommt man hier zwangsläufig – perfekt also, um die Seele baumeln zu lassen.

Relikte aus der Kolonialzeit

Die entspannte Atmosphäre ist selbst im Zentrum der Insel allgegenwärtig: der Hauptstadt Kingstown mit ihren rund 20.000 Einwohnern. Empfehlenswert ist ein Bummel durch die Straßen hier allemal – sei es, um beim gemütlichen Schlendern mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen, exotische Spezialitäten auf dem Wochenmarkt zu erwerben oder architektonische Zeugen vergangener Tage zu besichtigen. Einen Abstecher wert sind zum Beispiel die Kathedralen St. Mary‘s und St. George aus der Kolonialzeit sowie die Festung Fort Charlotte.

Langweilig wird es bei einem Aufenthalt auf der Karibikinsel also definitiv nicht. Wer nun Lust auf eine Reise nach St. Vincent bekommen hat, sollte sich vorab jedoch gut informieren. Denn das Paradies hat auch seine Schattenseiten. So sollten Segler beachten, dass es in der Ostkaribik sporadisch zu Raubüberfällen auf ankernde oder sich in Küstennähe befindende Schiffe kommt. Hierbei gilt: sich so gut wie möglich mit entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen schützen und stets die Nummer der Küstenwache parat haben.

Auf St. Vincent ist zudem HIV/ Aids weit verbreitet, auch das durch Mücken übertragene Dengue-Virus kommt vor. Aufgrund der sehr schlechten medizinischen Versorgung auf der Insel raten Experten zudem dazu, vor Reiseantritt eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen, die einen Rücktransport im Notfall miteinschließt. Gut vorbereitet, steht einem entspannten Urlaub auf der Karibikinsel dann nichts mehr im Wege.

Quelle: Wissen.de

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