Studie: Bald schon jeder fünfte Mensch übergewichtig

Während nach wie vor Milliarden Menschen nicht genügend zu essen haben, gelten rund 640 Millionen Menschen weltweit als übergewichtig. Die Tendenz ist weiter steigend. Bald schon könnte jeder fünfte Erdenbürger adipös sein.

Die Zahl der übergewichtigen Menschen nimmt weltweit zu. Einer Metastudie aus 1.700 Einzelstudien zufolge hat die Weltbevölkerung in den letzten 40 Jahren pro Dekade im Schnitt um 1,5 Kilogramm zugelegt. Dabei wurden die Daten aus beinahe allen Ländern weltweit mit insgesamt 19 Millionen Teilnehmern ausgewertet. Den im Durchschnitt höchsten Body-Mass-Index (BMI) in den wohlhabenden Ländern weisen demnach die USA auf, während die Japaner im Durchschnitt den niedrigsten BMI haben.

Global gesehen gelten 2,3 Prozent aller Männer und gar 5 Prozent aller Frauen als stark fettleibig (adipös) – ihr BMI liegt bei über 35kg/m². Die Tendenz ist auch hier weiter steigend. Der Metastudie zufolge werden bei einer gleichbleibenden Entwicklung bereits im Jahr 2025 ganze 18 Prozent der Männer und sogar 21 Prozent der Frauen massiv übergewichtig sein.

Indessen zeigen Studien, dass selbst ein “gesundes Übergewicht” Folgen haben kann. Dabei wirkt sich dies bei beiden Geschlechtern unterschiedlich aus. Übergewichtige Männer haben vor allem mit Herzproblemen zu rechnen, da sie eine stärkere Entwicklung von Herzfett aufweisen. Frauen haben dafür zum Beispiel ein gleich zwölffach höheres Risiko an Diabetes Typ II zu erkranken. Auch bei den Krebserkrankungen zeigen sich Unterschiede: Bei adipösen Frauen besteht ein größeres Risiko, an Brust-, Gebärmutter-, Gebärmutterhals- und Eierstockkrebs zu erkranken, während bei Männern ein gesteigertes Risiko für Prostata- und Mastdarmkrebs auftritt.

Dass die Zahl der Übergewichtigen vor allem in den wohlhabenderen Staaten, aber auch in vielen Schwellenländern dermaßen zunimmt, liegt an den sich verändernden Ernährungsgewohnheiten. Neben dem Überangebot an vergleichsweise günstigem Fleisch und Süßwaren kommt auch der Lebensmittel- und Getränkeindustrie eine Schlüsselrolle zu. Viele Produkte enthalten zu viel Zucker, weil dieser ein billiger Geschmacksverstärker und günstiges Konservierungsmittel ist. Auch der Trend hin zum Fastfood spielt hierbei eine große Rolle.

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