Unwiderstehliches Licht für die Falter-Forschung

Eigentlich gilt der Effekt als problematisch: Kunstlicht wie etwa von Straßenlaternen zieht Nachtinsekten in seinen Bann. Für die Erforschung von Nachtfalter und Co haben Forscher den Effekt nun allerdings positv auf die Spitze getrieben: Sie haben eine “Super-Magnet-Licht-Lampe” entwickelt.

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Ein Insektenforscher beobachtet im peruanischen Regenwald, welche Falterarten von der innovativen LED-Lampe angelockt werden. (Foto: Gunnar Brehm/FSU)

“Männer umschwirr’n mich wie Motten das Licht…” sang schon Marlene Dietrich – jeder weiß, Nachtinsekten fliegen buchstäblich auf Kunstlicht. Als Ursache dafür gilt das Orientierungssystem von Nachtfalter und Co, das auf dem Mondlicht basiert: Hält ein Insekt einen konstanten Winkel zum Mond, fliegt es geradeaus. Verwechselt ein Insekt hingegen beispielsweise eine Straßenlaterne mit dem Mond, beginnt es spiralförmig um diese Lichtquelle herumzusausen – oft bis zur tödlichen Entkräftung. Somit stellt die Lichtverschmutzung durch den Menschen eine erhebliche Bedrohung für die Tiere dar.

Es ist schon lange bekannt, dass nicht jedes künstliche Licht gleichermaßen attraktiv für die Insekten ist. Besonders magisch zieht sie ultraviolette Strahlung (UVA) sowie blaues und grünliches Licht an. Schon lange nutzen Biologen künstliche Lichtquellen, um gezielt Insekten anzulocken und ihre Vielfalt und Verbreitung zu erforschen. Offenbar gab es bei diesem Konzept allerdings Optimierungsbedarf.

Klein, leicht und magisch anziehend

Ein Jenaer Forscherteam hat nun eine spezielle LED-Lampe entwickelt, deren Spektrum optimal auf die Empfindlichkeiten der Insektenaugen abgestimmt ist: Die Lampe leuchtet also auf genau die Weise, wie es am meisten Wirkung zeigt. Außerdem ist sie klein und leicht, weil sie sich mit sogenannten Powerbanks betreiben lässt – besonders leichten Lithiumbatterien.

“Bisher haben wir Leuchtstoffröhren verwendet, die mit schweren Bleibatterien arbeiten, oder wir haben starke Glühlampen mit Hilfe von Generatoren betrieben”, sagt Gunnar Brehm von der Universität Jena, der sich auf die Erforschung von Nachtfaltern in Südamerika spezialisiert hat. “Doch die Zeit des Herumschleppens einer schweren Ausrüstung ist nun vorüber”, freut sich der Biologe.

Im letzten Jahr hat Brehm gemeinsam mit seinen Kollegen verschiedene LEDs getestet und dann den Prototypen entwickelt. Um die neue Technik für Kollegen verfügbar zu machen, gibt es seit einigen Tagen nun sogar ein Serienmodell, das Brehm zusammen mit einer Lampenfirma auf den Markt gebracht hat. Am Ende schließt sich dabei auch wieder der Kreis zur problematischen Seite der Geschichte: “Zum Schutz von Nachtfaltern und anderen Insekten sollten Straßenlampen in genau den spektralen Bereichen schwach sein, in denen unsere Lampe stark ist”, so Brehm.

Quelle: Universität Jena

 

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