Wie die Bundesregierung der Finanzlobby nach dem Mund redet!

Wir erinnern uns nur allzu gut daran was in 2008 geschah, als uns die Finanzkrise traf und unsere Sicht auf die Welt nachhaltig veränderte. 2008 war es, als das Kartenhaus der Banken zusammengebrochen war und die Banken mit rund 500 Milliarden Euro von europäischen Regierungen gerettet wurden

Die daraus folgende massivere Verschuldung der Staaten hat wiederum dazu geführt, dass die Schuldenlast auf die Steuerzahler abgewälzt wurde. Genau, die Steuerzahler sind es, die für die Fehlentscheidungen der Banken bitter haften mussten – und noch immer müssen. Denn wir sind mit zahlen noch lange nicht fertig. Zudem müssen wir schon fast damit rechnen, dass es noch einmal zu solchen Rettungsaktionen kommen könnte, denn getan hat sich bisher wenig.

Die Regierungen hatten zwar damals versprochen, so etwas dürfe nie wieder passieren und man müsse den Steuerzahler künftig vor den Auswirkungen einer solchen Situation bewahren indem man ihr von vorne herein vorbeugt, aber 10 Jahre nach Beginn der – durchaus anhaltenden – Finanzkrise wird vonseiten der Regierungen immer noch nicht entsprechend den Versprechungen reguliert.

Nicht umsonst gibt es mehr denn je hohe Zweifel an der Banken- und Finanzstabilität – in Europa und weltweit. Denn so bedrohlich dies auch zu sein scheint: Wenn großen Banken der Boden unter den Füßen wegbringt dann kann das noch immer das ganze Finanzsystem zu Fall bringen. Dann würden wohl wieder die Steuerzahler dafür haften, obwohl es nicht die Steuerzahler sind, die das Finanzsystem in die Bredouille gebracht haben.

Doch wir müssen tatsächlich doppelt leiden, denn daneben werden in einer solchen Situation auch die Lebensversicherungen und die Pensionskassen geplündert. Die Niedrigzinspolitik der EZB ist deshalb auch ein gut sichtbares Zeichen für die Probleme und das Manko der staatlichen Regulierungen und sollte eigentlich sämtliche Alarmglocken auslösen.

Lange scheint es her zu sein, dass Banken im Kundeninteresse gehandelt haben. Heute nennt sich das ganze „Finanzindustrie“ und kümmert sich ausschließlich um die eigene Bereicherung. Die Kompetenz für eine hochwertige Beratung scheint verschwunden und es werden Produkte wegen der hohen Vertriebsprovisionen, nicht aber wegen finanzieller Stabilität verkauft.

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