12 Agenten in USA angeklagt wegen Kokainschmuggels im Wert von 100 Millionen Dollar

Das US-Justizministerium gab vor einigen Tagen bekannt, dass 12 ehemalige und aktuelle Mitarbeiter bzw. Agenten der TSA (Transportation Safety Adminstration – Verkehrssicherungsbehörde) wegen des Schmuggels von 20 Tonnen Kokain, im Wert von 100 Milionen Dollar, angeklagt wurden, das sie über 18 Jahre hinweg aus Puerto Rico herausgeschafft haben sollen. Dies ist nicht das erste Mal, dass TSA-Agenten dabei erwischt wurden, wie Sie Drogen schmuggeln oder andere Gesetze brechen.

In einer Pressemitteilung des Büros des US-Staatsanwalts für den Bezirk von Puerto Rico heißt es:

Im Laufe des Komplotts schmuggelten die Angeklagten Koffer mit jeweils mindestens 8 bis 15 Kilogramm Kokain durch das TSA-Sicherheitssystem des Luis Muñoz Marín International Airport (LMMIA). Manchmal wurden bis zu fünf Drogenkuriere auf einem Flug eingesetzt, wobei jeder Kurier bis zu zwei Koffer eincheckte. Von 1998 bis 2016 halfen die Angeklagten, rund 20 Tonnen Kokain durch LMMIA schmuggeln. “

Obwohl Berichte zunächst besagten, dass der Schmuggel-Betrieb nur zwischen 2008 und 2016 stattgefunden und 1.500 Kilogramm Kokain bewegt habe, hat sich während der laufenden Untersuchung scheinbar ein Fehlverhalten während weiterer zehn Jahre herausgestellt (angesichts der Tatsache, dass es die TSA erst seit 2001 gibt, hat The Anti-Media das Justizministerium um Klarstellung darüber gebeten, wie die Organisation von 1998-2001 arbeitete und wird ihren Artikel gegebenenfalls aktualisieren).

Die betreffenden TSA-Agenten in Puerto Rico wurden von einer Grand Jury am 8. Februar angeklagt wegen „eines Komplotts mit der Absicht, Kokain zu besitzen und zu vermarkten„, so Rosa Emilia Rodríguez-Vélez, USA Staatsanwalt für den Distrikt von Puerto Rico.

Laut Pressemitteilung des Justizministeriums hatten sechs aktive und ehemalige Mitarbeiter, nämlich José Cruz-López, Luis Vázquez-Acevedo, Keila Carrasquillo, Carlos Rafael Adorno-Hiraldo, Antonio Vargas-Saavedra und Daniel Cruz-Echevarría als TSA Bildschirm-Kontrolleure gearbeitet, die sowohl überprüftes als auch Handgepäck zu überwachen hatten. Ihnen wird vorgeworfen, „jeweils Kilogramm-Mengen von Kokain geschmuggelt zu haben, während sie als TSA-Beamte am San Juan Flughafen beschäftigt waren.“

Luis Vázquez-Acevedo und zwei weitere Angeklagte fungierten als Vermittler zwischen TSA-Mitarbeitern und dem Kokain-Lieferanten, einem Mitarbeiter der Flughafensicherheit. Ein anderer Angeklagter, Javier Ortiz, arbeitete für den Aviation Service des Flughafens als Gepäcklader und Rampen-Mitarbeiter. „Er holte Koffer am Check-in der Fluggesellschaft ab, von denen er wusste, dass sie Kokain von den Kurieren enthielten“ und legte die Koffer in Röntgenprüfgeräte, die von TSA-Agenten bedient wurden, die bei der Sache mitmachten. Er brachte die Koffer dann auf den Weg zu ihrem jeweils vorgesehenen Flug, „womit er sicherstellte, dass nicht etwa eine Betäubungsmittel-K-9-Einheit oder Mitarbeiter von Strafverfolgungsbehörden anwesend waren, als der Koffer vom Checkpoint zum Flugzeug ging.“ Ortiz rief danach die Drogenhandels-Organisation an, und die Kuriere bestiegen sodann das Flugzeug.

Die Untersuchung dieser Drogenhandels-Operation ist von der TSA und der DEA (Drug Enforcement Administration – US Anti-Drogenbörde) eingeleitet worden. Die beiden Agenturen arbeiten eng mit der Einwanderungsbehörde und den Zoll- und Staatssicherheitsbehörden, sowie dem FBI, den US-Polizeidirektoren und der Polizei von Puerto Rico zusammen.

Obwohl es bei oberflächlicher Betrachtung so aussieht, als ob die zuständigen Agenturen rasche Maßnahmen ergreifen, um die Täter zu bestrafen, zeigt der Fall doch ein tiefergehenderes Problem mit aktuellen Sicherheitskontrollen am Flughafen auf. Zunächst einmal brauchte die TSA über ein Jahrzehnt dafür, die Operation überhaupt zu entdecken. Beamte zeigten sich begeistert darüber, dass sie erfolgreich die AirTat Initiative genutzt hatten, ein Projekt mit Beteiligung mehrerer Agenturen, das im Jahr 2015 ins Leben gerufen worden war, um über Ländergrenzen hinweggreifende Kriminalität aufzudecken. Dennoch dauerte es weitere 2 Jahre, um einen aufwendigen und etablierten Drogenhandels-Ring zu entedecken, der sich auf Mitarbeiter innerhalb just derselben Regierungsbehörde verließ, die mit der Ausmerzung der Kriminalität beauftragt ist.

Dies ist nicht das erste Mal, dass TSA-Agenten dabei erwischt wurden, wie Sie Drogen schmuggeln. Im Jahr 2016 war ein Agent in Charlotte, North Carolina, Mittel beim Schmuggel von Betäubungsmitteln betroffen worden. Im Jahr 2015 hatte man einen Agenten am Oakland International Airport beim Schmuggeln von Marihuana entdeckt . Im Jahr 2014 war ein Agent am Los Angeles International Airport wegen Beteiligung an einem Drogenhandelsring verurteilt worden.

Die Agenten, die nun im Puerto Rico Fall angeklagt sind, müssen mit mindestens zehn Jahren Gefängnis rechnen „wegen eines Komplotts mit der Absicht, Kokain zu besitzen und zu vermarkten„. Zwar gibt es ohnehin keinen Mangel an Beweisen dafür, dass TSA-Agenten häufig inkompetent und oft gar kriminell sind – vom Diebstahl des Gepäcks von Passagieren bis hin zu sexueller Schikane von Reisenden – die weitergehende Erkenntnis aus der laufenden Untersuchung und Strafverfolgung ist indes das Scheitern des Krieges gegen die Drogen.

Unabhängig davon, wie viel Mühe Behörden bei ihrem Versuch einsetzen mögen, den Fluss von Drogen einzudämmen, ihre Mission bleibt zweifellos hinter dem Ziel zurück und schafft es nicht, die Nachfrage nach Drogen oder den Drogenhandel wirksam einzudämmen.

Related Posts

Einen Kommentar hinzufügen