Atom-Abschreckung schützt nicht mehr: Experte hält Krieg Russland-USA für möglich

Das Vertrauen zwischen Russland und den USA ist völlig hinüber. Deshalb droht die Lage den Mächten aus den Händen zu entgleiten. Fallen Umstände ungünstig zusammen, droht ein umfassender Konflikt. Dies sagte der Politologe Fjodor Lukjanow der Agentur Sputnik.

Was heute zwischen USA und Russland passiert, sei „gewissermaßen schlimmer als Kalter Krieg“, sagte der Experte. Das Vertrauen fehle völlig und das „untergräbt den Glauben daran, dass die Prozesse noch gesteuert werden können.“

Fjodor Lukjanow ist Chefredakteur der Zeitschrift „Russia in Global Affairs“ und Präsidiumsvorsitzender des Rats für Außen- und Verteidigungspolitik. Er hat einen Bericht der Moskauer Denkfabrik CSR kommentiert.

Die Berichtsautoren mahnen: Die Beziehungen zwischen dem Westen und Russland bergen das Risiko eines massiven Konflikts.

„Wir sind in einer Situation, wenn Russland und die USA sich vor allem als Kriegsgegner betrachten, wie es im Kalten Krieg war“, kommentierte der Experte. Deshalb könne dies in der Tat passieren, „wenn die Umstände sehr ungünstig zusammenfallen.“

Heute sei die Infrastruktur der Stabilität im Vergleich zum Kalten Krieg schlechter entwickelt. „Schlechter entwickelt ist auch das System der Mechanismen, die die Risiken aller möglichen unabsehbaren Handlungen ausschließen würden“, sagte der Politologe.

„Wenn ich einmal politisch unkorrekt sein darf: Im Kalten Krieg hat wenigstens Verantwortung übernommen für sein Gerede. Was öffentlich gesagt wurde, wurde abgewogen. Heute habe ich das Gefühl, das Gerede läuft von selbst.“ Das Ziel dabei sei es vor allem, Eindruck zu schinden im Hier und Jetzt, statt langfristige Ziele zu erreichen. „Das ist sehr gefährlich“, warnt Lukjanow. Zumal gehe es um „zwei militärische Supermächte, die die Vereinigten Staaten und Russland sind.“

Und ob die nukleare Abschreckung „vor allen unvorhergesehenen Eskapaden“ heute noch schütze, sei nicht mehr zu 100 Prozent sicher, betont Lukjanow.

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