Bizarre Zukunfts-Pläne des Pentagon: Megastädte und Häuserkampf [Video]

„Das ist die Welt unserer Zukunft … Wir sind nicht darauf vorbereitet, effektiv in ihr zu operieren, und es ist unvermeidlich. Die Bedrohung ist klar. Unsere Richtung müssen wir noch bestimmen. Die Zukunft ist städtisch.“

Megastädte, Klimawandel, Lebensräume, gestörte soziale Funktionen und die „restlichen 1% stellen die Bedrohung von 100.000 dar“, sind der Kontext eines vom US-Pentagon gesponsertes Videos,  das die Online-Publikation The Intercept enthüllt hat. Der Erzähler in dem Video spricht von Umgebungen, die wir gegenwärtig noch nicht in den Stadtlandschaften erlebten, die aber künftig unvermeidlich seien, wobei das  Militär sich an eine städtische Kriegsführung anpassen und die Bereitschaft entwickeln müsse, gegen den Sumpf der Nichtkombattanten (also derjenigen, die von einem bewaffneten Konflikt betroffen sind, jedoch nicht aktiv an Kampfhandlungen beteiligt sind) vorzugehen, um einen „Konflikt von hoher Intensität“ mit den restlichen „Gegnern“ darin zu führen.

„Die sozialen Strukturen sind gestört“, und daher haben alternative Formen der Herrschaft die Kontrolle übernommen, so der Erzähler. Das Militär müsse sich den neuen Formen des Krieges anpassen und innerhalb dieser „Ökosysteme“ mit minimaler Störung der Nichtkombattanten arbeiten.

Das Video, das The Intercept auf der Grundlage des US-Informationsfreiheitsgesetzes erlangt hat, ist ein bizarrer Dokumentarfilm, der anonym für ein militärisches Publikum produziert wurde, um die Herausforderungen hervorzuheben, denen das Militär gegenübersteht. Demnach ist dies ein unvermeidlicher Weg, auf den das Militär sich begeben muss – in eine Stadt zu gehen, um urbane Kriegsführung zu betreiben.

Nick Turse von The Intercept erklärt:

„Das Video wurde benutzt … für eine Lektion über „Die wachsende Gefahr durch Terrorismus“. JSOU wird von dem US-Kommando für Sondereinsätze betrieben, der Dachorganisation für Amerikas Elite-Truppen. In Ermangelung von Verfasserangaben war die Herkunft des Videos „Megacities“ zunächst unklar, und man hörte Behauptungen, es sei von JSOU produziert worden, bevor es dann hieß, dass es tatsächlich von der Armee hergestellt wurde.

„Es wurde für ein internes militärisches Publikum gemacht, um die Herausforderungen von Operationen in Megacity-Umfeldern zu beleuchten“, sagte William Layer, ein Sprecher der Armee, per E-Mail. „Das Video wurde privat und ehrenamtlich im Frühjahr 2014 produziert, auf der Grundlage von „Megacities und die Armee der Vereinigten Staaten“ … Der Produzent des Films will anonym bleiben.“

 

 

Das Video, das für die teilstreitkräfteübergreifende Militär-Hochschule des Pentagon benutzt wurde, ist 20 Jahre in die Zukunft hinein projiziert. Die Haltung und Bewertung des Pentagon ist, dass bis 2030 die städtische Umwelt sich zu einer Bedrohung für die nationale Sicherheit entwickelt haben und unglaublich gefährlich werden wird.

Die Prämisse des Dokumentarfilms ist, dass Strategien und Taktiken des 20. Jahrhunderts in einer Megastadt nicht funktionieren werden, und gemäß der zugrundegelegten Definition ist dies eine Stadt mit einer Bevölkerung von 10 Millionen Menschen oder mehr. Das Pentagon betont besonders die soziale Kluft zwischen den Gesellschaftsklassen und den Klimawandel als zwei Hauptfaktoren, die diese militärische Anforderung verursachten – und als ob das noch nicht kurios genug ist, kommt auch Anonymous in dem Dokumentarfilm vor.

Dem Video zufolge sind „Megastädte komplexe Systeme, in denen Menschen und Strukturen in einer Weise verdichtet werden, die sich unserem Verständnis von Stadtplanung und Militärdoktrin entzieht“, sagt die Stimme des Erzählers.

 


„Diese sind der zukünftige Nährboden, die Brutschränke und Startrampen für Gegner und verschiedene Formen von Bedrohungen.“

Da sind Schlagworte wie „nicht zuzuordnende Individuen“, die „im Schatten“ arbeiten. Aber für was sie angeblich arbeiten, wird nirgends erwähnt. Eines ist sicher, wenn man diese heikle Archivbilder-Collage betrachtet, und zwar, dass die Pentagon-Propaganda für ihr Militär die Welt als Schauplatz eines Krieges darstellt, der niemals aufhören wird.

Und wenn die Botschaft des Videos noch nicht ganz klar sein sollte, so hält der Erzähler der Dokumentarfilme „Megacities“ fest: „Das ist die Welt unserer Zukunft … Wir sind nicht darauf vorbereitet, effektiv in ihr zu operieren, und es ist unvermeidlich. Die Bedrohung ist klar. Unsere Richtung müssen wir noch bestimmen. Die Zukunft ist städtisch. “

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