DARUM TRÄUMEN MÄNNER ÖFTER VON SEX!

Wünsche, Wut, Ängste: Der Mensch verarbeitet im Traum, was ihn unterbewusst beschäftigt. Das ist allseits bekannt. Aber wusstet Ihr, dass Männer und Frauen unterschiedlich träumen?

Während sich die Träume der Männerwelt vermehrt um die Themen Geld, Aggression und Sex drehen, beschäftigen sich Frauen im Schlaf eher mit Klamotten, anderen Menschen und zwischenmenschlichen Konflikten.

Klingt ziemlich klischeehaft, oder? Woran das allerdings liegt, erklärt Professor Michael Schredl, Traumforscher und Leiter des Schlaflabors am Zentralinstitut für seelische Gesundheit in Mannheim gegenüber der Apotheken-Umschau: “Träume haben mit unserer wachen Erfahrungswelt zu tun – und wir wissen zum Beispiel, dass Männer tagsüber häufiger sexuelle Gedanken haben. Das spiegelt sich in den Träumen wieder.”

Die meisten Träume befassen sich demnach mit den Grundthemen des Wachlebens, und diese sind bei nahezu allen Menschen gleich..

In den Träumen der Männerwelt geht es öfter heiß her.
In den Träumen der Männerwelt geht es öfter heiß her.

Aber warum träumen wir überhaupt?

In diesem Punkt ist sich die Wissenschaft uneinig. Einige Neurologen sind der festen Ansicht, dass hinter Träumen nichts weiter steckt, als ein sinnloser Neuronensturm. Dafür spricht, dass wir uns an unsere Träume nur selten erinnern. Diese Forscher raten daher, sich nicht so viele Gedanken über das Geträumte zu machen.

Viele andere Experten sind sich jedoch sicher, dass wir im Schlaf das tagsüber Erlebte verarbeiten und sich so das Erlernte einprägt – eine Art Training fürs Gehirn also, das dabei hilft, uns im Umgang mit gewissen Situationen zu üben und unser Gehirn weiterzuentwickeln. Diese Theorie bestätigt sich auch dadurch, dass Säuglinge und kleine Kinder viele und vor allem intensive Träume haben.

Im Allgemeinen sind Träume ja auch keine schlechte Sache, sie können witzig sein, verwirrend oder – scheinbar besonders bei den Männern – ganz schön sexy. Aber was, wenn wir von Alpträumen geplagt werden und tagtäglich schweißgebadet und komplett aufgewühlt aufwachen?

Auch dafür hat Professor Michael Schredl hilfreiche Ratschläge. Da Träume im engen Zusammenhang mit dem Charakter des Menschen stehen, haben depressive Menschen öfter Alpträume, beispielsweise vom Fallen, als Menschen, die mit Selbstbewusstsein und Optimismus durchs Leben gehen.

“Vielleicht hat man sich in einer Sache nicht weiterentwickelt oder ein Problem nicht gelöst”, erklärt Schredl. Hilfreich sei es zum Beispiel, das Geträumte aufzuschreiben, um es nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und immer wieder ins Bewusstsein holen zu können. Auch kann es helfen, nach dem Aufwachen noch kurz liegen zu bleiben, um sein “Traum-Gedächtnis” zu schärfen.

Um Alpträume loszuwerden, sei es wichtig, das Geträumte tagsüber zu reflektieren. Dann sei es leichter, sich Strategien zur Bewältigung der Ängste zu überlegen. Eine Möglichkeit sei zum Beispiel, sich ein eigenes Ende auszudenken und so zum Regisseur des eigenen Traums zu werden. Experten nennen diese Vorgehensweise “Imagery Rehearsal Therapy”.

Wer allerdings dauerhaft unter Alpträumen leidet, sollte sich doch besser an einen Arzt wenden und möglicherweise eine professionelle Therapie beginnen.

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