Deutsche Bank: Trader gesteht Manipulation von Gold-, Silber-, Platin- und Palladium-Märkten

Das Geständnis von David Liew, einer Verschwörung zur Täuschung der Edelmetallmärkte schuldig zu sein, müsste auch diejenigen verstummen lassen, die bislang eine Verschwörungstheorie bestritten haben.

David Liew, ein ehemaliger Termingeschäft-Händler für Edelmetalle bei der Deutschen Bank AG, hat sich im Bundesgericht in Chicago, USA, des Betruges für schuldig bekannt. Seine Anklagepunkte umfassen die Verwendung von illegalen Manipulationstechniken im Zeitraum von Dezember 2009 bis Februar 2012, um die Gold-, Silber-, Platin- und Palladium-Futures-Märkte an der Chicagoer Börse zu täuschen.

Zusammen mit Täuschen – das beinhaltet die Platzierung von gefälschten Aufträgen ohne die Absicht, sie auszuführen, um die Preise in eine Richtung zu treiben, von welcher die anderen Aufträge des Traders profitieren – gab er auch sogenanntes ‚Frontrunning‘ zu, das heißt Handeln für eigene Rechnung noch bevor die Order des Kunden ausgeführt wird.

LeapRate.com detaillierte die Vorwürfe wie Sie in der Anordnung der US-Aufsichtsbehörde für den Warenterminhandel bezeichnet sind:

„Liew handelte, bei zahlreichen Gelegenheiten, individuell und in Abstimmung mit anderen Händlern auf dem Edelmetall-Handelsplatz des Finanzinstituts 1 [Deutsche Bank AG], erteilte Aufträge zum Kauf oder Verkauf von Gold- oder Silber-Futures-Verträgen, die er zum Zeitpunkt des Platzierens der Aufträge nicht auszuführen beabsichtigte“ (sogenannte Spoof-Aufträge, d.h. vorgetäuschte Aufträge).

„Im Allgemeinen wurden Liew’s Spoof-Aufträge in dem Warentermin-Markt platziert, nachdem ein anderes Gebot oder Angebot bereits auf der gegenüberliegenden Seite des gleichen Marktes platziert worden war. Liew platzierte seine Spoof-Aufträge mit der Absicht, den falschen Eindruck zu erwecken, dass das Marktinteresse an Kauf oder Verkauf größer sei als das tatsächlich vorhandene Marktinteresse.“

„Liew plazierte solche Spoof-Aufträge mit der Absicht, andere Marktteilnehmer zu veranlassen, seine vorhandenen Aufträge auf der gegenüberliegenden Seite des Marktes mit seinen Spoof-Aufträgen zu bedienen. Mit diesem Spoofing-Verhalten beabsichtigte Liew auch, den Preis des relevanten Futures-Vertrages zu manipulieren, und manchmal gelang es ihm auch.“

„Getrennt platzierte Liew bei bestimmten Gelegenheiten Aufträge und führte Geschäfte aus mit der Absicht, den Marktpreis von Gold- und Silber-Futures-Verträgen zu manipulieren, um verlustbegrenzende Stop-Loss-Aufträge der Kunden auszulösen. Liew koordinierte diesen Handel mit einem anderen Edelmetallhändler an einem anderen großen Finanzinstitut.“

„Die Absicht, Stop-Loss-Aufträge von Kunden auszulösen, war es, den Händlern zu ermöglichen, Edelmetall-Futures-Verträge zu künstlich niedrigen Preisen zu kaufen oder Edelmetall-Futures-Veträge zu künstlich hohen Preisen zu verkaufen.“

Obwohl die US Aufsichtsbehörde klargestellt hat, dass Liew einzeln oder mit drei anderen Händlern bei der Deutschen Bank gehandelt hat, weist die Tatsache, dass er in koordinierter Weise hunderte Male den Markt getäuscht hat, doch auf das hin, was viele vermutet haben – nämlich, dass die größten Banken der Welt sich zur Manipulation der Edelmetallmärkte verschworen haben.

Allein im Jahr 2015 untersuchten die US-Beamten mindestens 10 Großbanken wegen möglicher Manipulation von Edelmetallmärkten. Die jüngsten Beweise sind wesentlich, weil das neue Schema bei weitem die früheren Verschwörungs-Beschuldigungen übertrifft.

Weder Neil MacBride, Liew’s Anwalt, noch Troy Gravitt, ein Sprecher der Deutschen Bank, sind zu einem Kommentar bereit. Aber Tatsache ist, dass es keinen Rauch ohne Feuer gibt. Im Januar dieses Jahres erklärte die Deutsche Bank sich bereit, 7,2 Milliarden Dollar an die US-Regierung zu zahlen wegen ihres Umgangs mit hypothekenbesicherten Wertpapieren vor dem Jahr 2008. Die Bank räumte auch ein, Investoren irregeführt zu haben und stimmte der Zahlung einer Zivilstrafe von 3,1 Milliarden Dollar zu und stellte zudem 4,1 Milliarden Dollar an Entschädigung für Hausbesitzer zur Verfügung.

Im März erklärte die Deutsche Bank sich bereit, 41 Millionen Dollar zu bezahlen, um die Vorwürfe der US-Notenbank beizulegen, dass ihr US-Geschäft keinen angemessenen Schutz gegen Geldwäsche unterhielt. Derzeit laufen gegen die Deutsche Bank Untersuchungen des US-Justizministeriums wegen ihrer Rolle bei der Unterstützung reicher Kunden als diese zwischen 2011 und 2015 etwa 10 Milliarden Dollar aus Russland herausbewegten.

Bloomberg berichtet:

„Das Verfahren gegen Liew ist das erste Ergebnis von Ermittlungen der US-Bundeskriminalpolizeibehörden wegen mutmaßlicher Verwschwörung von Händlern bei einigen der größten Banken der Welt, um die Preise in Edelmetall-Märkten zu manipulieren. Investoren haben eigene Klagen gegen eine Handvoll von Großbanken, darunter auch die Deutsche Bank, erhoben, mit dem Vorwurf der Manipulation der Edelmetallmärkte.

„In einer Eingabe bei Gericht im vorigen Dezember, legten sie Aufzeichnungen über elektronische Chats vor, die belegen, wie Händler von mehreren Banken sich zwischen 2007 und 2013 zur Preismanipulation verschworen. Die Deutsche Bank hat sich zur Zahlung von Schadenersatz bereit erklärt, um Fälle mit Handel von Gold- und Silbergeschäften beizulegen.“

Die strafrechtlichen Vorwürfe, zu denen Liew sich schuldig bekannt hat, sind mit einer Höchststrafe von fünf Jahren Haft und einer Geldstrafe von 250.000 Dollar bewehrt.

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