Ein verlassener Ehemann berichtet über die Gründe seiner gescheiterten Ehe.

Der Blogger Matthew Fray schreibt einen bewegenden Brief über die Fehler, die er während seiner Ehe begangen hat. Allzu lange hatte er sie für selbstverständlich gehalten, bis seine Frau ihn mit dem gemeinsamen Kind verließ. Schon Kleinigkeiten können das Zünglein an der Waage einer erfolgreichen Ehe sein – eine Einsicht die ihm leider zu spät kam:

“Ich weiß nicht alles, was man über die Ehe wissen kann. Ich weiß wohl nicht einmal besonders viel. Aber eine wichtige Sache ist mir sehr bewusst: Ich bin ein Arschloch. Und ich war ein lausiger Ehemann.

Am Ostersonntag in diesem Jahr legte meine Frau ihren Ehering nach neun gemeinsamen Jahren ab und sagte mir, dass sie mich verlassen würde. Es schmerzte. Es nahm mir den Atem. Es ängstigte mich.

Aber ich war nicht geschockt. Denn wir (Ehemänner) haben weit mehr Kontrolle, als wir denken. Und wir alle – ob männlich oder weiblich – sollten mehr Verantwortung übernehmen, als wir es in unserer Lage tun.

Und genau das werde ich tun. Ich werde etwas Verantwortung übernehmen.

Heute steht folgende Frage im Raum:

Wenn ich der Ehemann gewesen wäre, der ich während der ersten und mittleren Jahre unserer Ehe hätte sein sollen, wären wir dann je zu dem Punkt gekommen, dass meine Frau sich anderswo nach ihrem inneren Frieden und Glück umschaut?

Es ist wirklich ätzend, wie sie unsere Beziehung beendet hat. Das lasse ich ihr nicht durchgehen.

Aber hier muss ich Verantwortung dafür übernehmen – wenigstens einen Teil davon – dass ich mich in dieser Situation befinde. Ich war kein perfekter Ehemann. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich ein guter war.

Ich habe sie geliebt. Ich war lieb zu ihr. Ich wollte sie glücklich machen und ihre Anerkennung gewinnen. Ich wollte mich um sie kümmern und sie versorgen. Ich ging ihretwegen jeden Tag zur Arbeit. Sie gab mir einen Sinn. Ich wollte immer mit ihr zusammen sein.

Doch ich war ein Arschloch. Ein selbstsüchtiges. Und obwohl ich wirklich glaube, dass ich die letzten zwei Ehejahre vieles wettgemacht habe, als ich mich entwickelte und sie sich zurückzog, war ich dennoch sieben Jahre zuvor ein lausiger Ehemann.

Das Masters-Turnier.

Ich wusste es zu jener Zeit nicht, aber vor vier Jahren gab es einen entscheidenden Moment, und zwar während der sonntäglichen Endrunde des Masters-Golf-Turniers – das im Allgemeinen unter amerikanischen Golffans als das beliebteste Golf-Turnier des Jahres gilt.

Ich lebe in Ohio, und es ist gerade zu dieser Zeit um Ostern und das Golfturnier herum sehr wahrscheinlich, gutes Wetter zu haben und ein paar wunderschöne Tage zu erleben. Meine Ex-Frau liebte es, draußen zu sein. Sie ist auf dem Land aufgewachsen. An schönen Tagen im Haus zu sitzen, ist für sie keine Vorstellung eines schönen Zeitvertreibs.

Nun kam es, wie es kommen musste: Es war während der Endrunde des Golfturniers wundervoll draußen. Unser Sohn war kaum ein Jahr alt. Und meine Frau wollte, dass wir als Familie gemeinsam das schöne Wetter genießen.

Ich wählte das Masters-Turnier anstelle eines perfekten Samstagnachmittags mit meiner Frau und meinem Sohn.

Und still dir vor, Typ-der-glaubt-das-wäre-vollkommen-ok: Du bist ein Arschloch. Und ein lausiger Ehemann. So wie ich.

Ich habe meine Frau in unserer Ehe alleingelassen.

Es sieht sehr nach dem Turniersonntag vor vier Jahren aus.

So sieht’s aus, wenn sie freitags zuhause bleibt, um sich um die Kinder zu kümmern und langweilige Hausarbeit erledigt und allein Desperate Housewives auf dem Sofa schaut, während du mit Kumpels einen draufmachst.

So sieht’s aus, wenn sie dich im Bett haben will, während am Montagabend das Footballspiel läuft und du dir lieber deine Traummannschaft im Kopf zusammenstellst, als zu ihr zu kommen.

So sieht’s aus, wenn du zu einer Feier gehst und die ganze Zeit nur mit Freunden trinkst und lachst, anstatt ihr einmal die Hand zu drücken, ihr ein Kompliment zu flüstern oder ihr lautlos ‘Ich liebe dich’ zu sagen.

So sieht’s aus, wenn du das Krankenhaus verlässt, um dich am Tag der Geburt deines Sohnes richtig auszuschlafen, obwohl deine Frau darum bettelte, dass du bleibst.

Die schwerste Lektion, die ich je lernen musste, war, dass du die besten Absichten in der Welt haben kannst. Dass du nett sein kannst. Und charmant. Und bereit, Opfer zu bringen.

Es aber trotzdem nicht zwingend hält.

Der Weg in die Hölle ist mit guten Absichten gepflastert.

Schon mein ganzes Leben lang habe ich dieses Sprichwort gehört und wusste nicht, was es wirklich bedeutet. Bis jetzt.

Weißt du, es ist zum Lachen. Ich hätte das blöde Golfturnier einfach aufzeichnen können. Und du kannst das auch. Wir sind kaputt. Wir sind lausige Ehemänner. Aber meine Herren – wir müssen das nicht sein.”

Matthew hat zu spät erkannt, dass es nicht nur die groben Fehler sind, die eine anfänglich glückliche ehe ruinieren können. Dieser Brief sollte jeden, ob mit Freundin oder Frau, daran erinnern, dass eine Ehe oder Partnerschaft der stetigen Pflege bedarf.

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