Erwachsenen-Webseite PornHub postet untersagtes „Hardcore“-Video, das Korruption in Russland enthüllt

Nachdem sein YouTube-Clip fast 22 Millionen mal im Internet aufgerufen wurde, ist Aleksey Navalny befohlen worden, das Video zu entfernen, in dem der geheime Reichtum des Multimilliardärs Alisher Usmanov und von Premierminister Dmitri Medwedew untersucht wird.

Letzte Woche urteilte ein Moskauer Gericht gegen Aleksey Navalny in einer Verleumdungsklage von Multimilliardär Alisher Usmanov und verfügte, dass  der Inhalt des von ihm kreierten Anti-Regierungs-Dokumentarfilms überarbeitet werden muss. Der Film, der auf YouTube hochgeladen worden war, untersuchte den vermuteten geheimen Reichtum von Premierminister Dmitri Medwedew.

Der Film beschuldigt desweiteren Usmanov der Bestechung und macht geltend, dass seine Spende von Land und Eigentum an die Stiftung zur Unterstützung von sozial-bedeutenden staatlichen Projekten im Jahr 2010 ein Schachzug war, der darauf abzielte, ihm bei der Verschaffung von Regierungsaufträgen für sein Geschäft zu helfen.

Usmanov hat indes darauf bestanden, dass die Übertragung des Eigentums an den Immobilien ein legitimes Geschäft gewesen sei. Mehrere andere Menschen, die in dem Video angeprangert werden, haben es ebenfalls als politisch motivierte Propaganda abgetan. Ministerpräsident Dmitri Medwedew selbst nannte es ein „absolut falsches Machwerk politischer Schurken“.

Das Video war von Navalny und seiner Nicht-Regierungsorganisation im März veröffentlicht worden und ist mit fast 22 Millionen Aufrufen im Internet mittlerweile eines der am meisten angesehenen russischsprachigen Videos in diesem Jahr. Das Video wurde dann verwendet, um die ungenehmigten Proteste zu rechtfertigen, die am 26. März die Hauptstadt und weitere russische Städte überzogen.

Am vergangenen Mittwoch hat das Gericht festgestellt, dass die [im Video] präsentierte Information der Realität widerspricht“ und „verpflichtet Aleksey Navalny und seine [NGO]Stiftung zur Bekämpfung von Korruption, alle Informationen und Videos [welche diese Informationen enthalten] innerhalb von zehn Tagen nach dem Inkrafttreten des Gerichtsurteils aus dem Internet zu entfernen“ so berichten russische Medien.

Nach dem Urteil sagte Navalny gegenüner Reportern, dass er das Video nicht entfernen würde und plane, das Urteil anzufechten.

„Sie hörten soeben selbst den zentralen Satz im Urteil, den Grund, warum dieser Prozeß abgehalten wurde:“ Um das Video zu entfernen und die Untersuchungsegebnissse zu beseitigen“, sagte er zu den Reportern vor dem Gericht. „Das werden wir nicht machen. Diese Untersuchung basiert auf Tatsachen.“

Das Video hat seitdem ein neues, ungwöhnliches „Zuhause“ gefunden: die Erwachsenen Video-Webseite PornHub. Das Video trägt dort den Titel [in neutraler Sprache sinngemäß übersetzt] ‚Korrumpierter russischer Politiker hart rangenommen durch PornHub‘. Es ist als „Hardcore“ gekennzeichnet und rangiert unter „Professionell“ auf der Webseite.

Gemäß Newsweek postete PornHub auf der russischen Social Media Webseite VKontakte, dass er mehr auf seiner Webseite veröffentlichen könne.

„Danke“, schrieb er als Antwort auf PornHub. „Ich werde es sowieso nicht löschen.“

Er schlug dann vor, dass die Webseite das Video in ihrem „einschlägigen“ Genre veröffentlichen solle und schrieb, dass „dies vielen Bürgern helfen wird, zu erkennen, was korrupte Beamte den Menschen in Russland antun.“

Navalny ist einer von drei Politikern, die ihre Absicht erklärt haben, für die Präsidentschaft im Jahr 2018 zu kandidieren. Angeblich ist Navalny nicht in der Lage, offiziell für die Präsidentschaft zu kandidieren, weil er derzeit unter einer fünfjährigen Bewährungsstrafe steht. Im Februar befand ein Gericht Navalny bei der Wiederaufnahme eines Falles der Veruntreuung schuldig. Navalny behauptet, dass der Fall konstruiert worden sei, um seine politische Karriere zu sabotieren.

Berichten zufolge ist Navalny der prominenteste oppositionelle Herausforderer für Präsident Wladimir Putin, der für seine vierte Amtszeit als Präsident im März 2018 kandidieren wird.

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