Heute ist der Welttag der Giraffe!

Heute, am längsten Tag des Jahres, ist passenderweise der Tag des längsten Tieres unserer Erde: der Welttag der Giraffe. Er soll ins Bewusstsein rufen, dass diese Bewohner der afrikanischen Savannen akut bedroht sind – durch Wilderei, aber auch die Zerstörung ihres Lebensraums.

Giraffen

Giraffen in der afrikanischen Savanne (Foto: byrdyak/ Fotolia)

Giraffen gehören zu unserer Vorstellung von Afrika wie Gnus, Löwen und Zebraherden. Die schlanken, aber großen Paarhufer mit ihrem auffallend gemusterten Fell sind typische Bewohner der Savanne. Dort überragen sie mit ihren bis zu sechs Metern Höhe alle anderen Tiere um Längen. “Giraffen gehören seit jeher zum Bild der afrikanischen Savanne und haben eine Schlüsselrolle bei dem Erhalt des Ökosystems”, sagt Barbara Maas von der Naturschutzorganisation NABU.

Gleichzeitig sorgen diese Ikonen der Savanne bis heute immer wieder für Überraschungen. So fanden Forscher erst vor Kurzem heraus, dass die Giraffen Afrikas gar nicht alle zur gleichen Tierart gehören, wie zuvor angenommen. Stattdessen teilen sie sich in vier eigenständige Spezies auf, die sich nicht mehr miteinander paaren. Genanalysen enthüllen zudem, dass die Giraffen ihren typisch langen Hals und ihr an die Größe angepasstes Herz-Kreislauf-System nur wenigen Genveränderungen verdanken.

Rapider Schwund der Bestände

Doch wie so viele andere Tiere Afrikas müssen auch die Giraffen um ihr Überleben kämpfen. “Im Gegensatz zu Nashörnern und Elefanten, deren dramatische Situation hierzulande durch die Medien bekannt ist, nehmen wir ihre Existenz als selbstverständlich hin”, so die Tierschutzexpertin. Aber das ist sie nicht: Jüngsten Schätzungen zufolge ist die Anzahl der Tiere in den letzten 30 Jahren um rund 40 Prozent auf rund noch rund 98.000 wildlebende Giraffen in ganz Afrika zurückgegangen. Aus sieben afrikanischen Ländern sind die Tiere bereits vollständig verschwunden.

Der Hauptgrund ist die Wilderei: “Giraffen werden ihres Fleisches wegen gewildert, aber auch zunehmend aufgrund des sich ausbreitenden Aberglaubens an angebliche Heilkräfte verschiedener Körperteile”, erklärt Maas. So soll zum Beispiel das Knochenmark der Tiere zur Heilung von HIV-Infektionen und AIDS führen. Für die Wilderer sind die Giraffen leichte Beute. Es reicht eine Kugel oder eine Drahtschlinge, in denen sie sich mit dem Hals oder einem Fuß verfangen.

Mehr Schutz dringend nötig

Als Folge gehen die Bestände der Giraffe dramatisch zurück. “In der Roten Liste der Gefährdeten Arten der IUCN werden Giraffen mittlerweile als gefährdet geführt”, sagt Maas. “Um diesen Trend aufzuhalten, sind effektive Schutzmaßnahmen dringend erforderlich.” Der NABU unterstützt daher ein Projekt für den Schutz der Nubischen Giraffe (Giraffa camelopardalis camelopardalis), einer der am stärksten gefährdeten Giraffenunterarten überhaupt.

1.250 der weltweit verbliebenen 2.300 Nubischen Giraffen leben im Murchison-Falls-Nationalpark in Uganda. Hier setzt sich NABU International für die Entwicklung und Umsetzung effektiver Schutzmaßnahmen der Tiere ein. “Aufgrund aktueller und neuer Bedrohungen im Nationalpark, wie die Erschließung eines Erdölfeldes, ist unser Einsatz gerade jetzt besonders wichtig”, sagt Maas.

Quelle: NABU

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