Heutige Sklaven-Märkte handeln mit Flüchtlingen in Libyen

Was würde eine Person beim „Verkauf“ auf dem Sex-Markt oder Zwangsarbeitsmarkt „erzielen“? Etwa 500 US-Dollar, laut Zentrale der Vereinten Nationen.

Al Jazeera hat über die heutigen Sklavenmärkte berichtet, wo Hunderte von Flüchtlingen und Migranten durch Libyen geschleust werden. Diese afrikanischen Flüchtlinge und Migranten werden zur Erzielung von Lösegeld oder zur Ausbeutung in den Zwangsarbeitsmärkten festgehalten.

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) sagte, dass Interviews, die sie mit westafrikanischen Migranten führten, die Geschäftspraktiken und Menschen-Schmuggelzentren in Sabha, einer Stadt im Süden von Libyen, offenbart hätten. Flüchtlinge und Migranten werden anscheinend wie Waren von Parkplätzen und Garagen aus zu Preisen zwischen 200 und 500 Dollar pro Person gehandelt, je nach ihren individuellen Fähigkeiten.

„Der Verkauf von Menschen wird zu einem Trend unter den Schmugglern, da die Schmuggelnetze in Libyen immer stärker und stärker werden“, sagte Othman Belbeisi, Leiter der Libyen-Mission von IOM.

Die meisten Flüchtlinge werden auf ihrer Route nach Italien gefangen, während sie auf Boote gehen oder wenn sie nach Norden in Richtung der libyschen Mittelmeerküste ziehen.

„Was Frauen anbetrifft, so haben wir viel über schlechte Behandlung gehört, Vergewaltigung und Zwang in die Prostitution“, sagte Belbeisi. Andere, die in der Landwirtschaft und am Bau eingesetzt werden, erhalten vereinzelt Bezahlung, aber die meisten werden zur Arbeit gezwungen.

Diejenigen, die ihre Fänger nicht bezahlen können, lässt man oftmals verhungern, oder sie werden geschlagen und getötet.

Mohammed Abdiker, IOM’s Verwaltungdirektor und auch für Notfälle zuständig, bezeichnete die Situation als entsetzlich. „Was wir wissen, ist, dass Migranten, die in die Hände von Schmugglern fallen, systematischer Unterernährung, sexuellem Missbrauch und sogar Mord ausgesetzt sind“, sagte er. „Im vergangenen Jahr haben wir erfahren, dass 14 Migranten in einem einzigen Monat an einem dieser Orte gestorben sind, nur aus Krankheit und Unterernährung. Wir hören über Massengräber in der Wüste.“

Belbeisi erläuterte der BBC, dass die „Preise“ für Flüchtlinge, die in die Sklaverei gezwungen wurden, nach deren Fähigkeiten festgesetzt werden. „Offenkundig haben sie kein Geld, und ihre Familien können das Lösegeld nicht bezahlen, also werden sie verkauft, um wenigstens einen minimalen Nutzen durch sie zu erzielen“, sagte er. „Der Preis ist definitiv unterschiedlich je nach ihrer Qualifikationen, zum Beispiel, wenn sie Anstreichen, Fliesen legen, oder eine spezialisierte Arbeit ausführen können, dann geht der Preis nach oben.“

UNICEF veröffentlichte im Februar einen ausführlichen Bericht zur Dokumentation des sexuellen Missbrauchs und der Sklaverei von gefährdeten Kindern, die von Libyen nach Italien reisen. Der Bericht stellte fest, dass fast 26.000 Kinder das Mittelmeer im Jahr 2016 überquerten, von denen eine erhebliche Anzahl Missbrauch erleidet. Eine tödliche Reise für Kinder: Die Migrationsroute von Nordafrika zu den Staaten Europas:

„Das Mittelmeer von Nordafrika nach Europa gehört zu den tödlichsten und gefährlichsten Flüchtlingsrouten der Welt für Kinder und Frauen“, sagte Afshan Khan, UNICEF Regionaldirektor und Sonderkoordinator für die Flüchtlings- und Reaktionskrisen in Europa. „Die Strecke wird überwiegend von Schmugglern, Menschenhändlern und anderen Menschen kontrolliert, die Jagd auf verzweifelte Kinder und Frauen machen, die einfach nur Zuflucht suchen oder ein besseres Leben. Wir brauchen sichere und legale Wege, und Maßnahmen zum Schutz von Migrationskindern, auf denen sie sicher sind und Räuber in Schach gehalten werden.“

IOM-Mitarbeiter versuchen, Flüchtlinge, die planen, diese Route für Ihre Wanderung zu nutzen, über die drohenden Gefahren aufzuklären. IOM Chef-Sprecher Leonard Doyle sagte, dass die Aufnahme von Zeugnissen von denen, die das bereits durchlaufen haben, und die Ausstrahlung über lokale FM-Radiostationen und Sozial Medien, ein Mittel sind, von dem er sich erhofft, dass die Botschaft von künftigen Flüchtlingen verstanden wird.

„Migranten, die nach Libyen gehen, während sie versuchen, nach Europa zu kommen, haben keine Ahnung, welches Folter-Szenario sie direkt hinter der Grenze erwartet“, sagte Doyle. „Dort werden sie zu Waren, die gekauft, verkauft und entsorgt werden, wenn sie keinen Wert mehr haben.“

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