17-Jähriger im Krankenhaus operiert: Messerattacke und sexueller Übergriff beim Reutlinger KuRT-Festival

Zwei Vorfälle überschatten das Event mit mehr als 20.000 jungen Gästen. Die Veranstalter sind schockiert.

Beim KuRT-Festival im Bürgerpark hat am Samstag gegen 23 Uhr ein 21-jähriger Deutscher zwei Festivalbesucher mit einem Messer verletzt. Wie die Polizei berichtet, hat der Angreifer die beiden männlichen Opfer offenbar plötzlich attackiert. Ein 17-Jähriger musste im Krankenhaus operiert werden. Dies sei aber laut Polizei keine Notoperation gewesen. Ein 13-Jähriger konnte hingegen nach ambulanter Behandlung wieder aus der Klinik entlassen werden. Sicherheitskräfte überwältigten den Angreifer vor Ort, die Polizei nahm ihn fest. Sein Motiv ist noch nicht geklärt, die Ermittlungen dauern an.

Als die Attacke geschah, spielte gerade der türkischstämmige Rapper Eko Fresh. Alle Besucher seien am Eingang kontrolliert worden, sagt Ida Wied vom Organisationsteam. „Wenn ich so eine Veranstaltung mache, kann ich es nicht ausschließen, dass jemand durch den Zaun ein Messer aufs Gelände bringt“, so Wied. Abgebrochen wurde die Veranstaltung nicht: „Dann wäre das Publikum wütend, und es gäbe noch mehr Stress und Hektik“, sagt die Organisatorin.

Bereits am Freitagabend war es auf dem KuRT-Festival zudem zu einem Fall von sexueller Nötigung gekommen.

Gegen 23 Uhr wurde eine 23-Jährige in eine tanzende Menschenmenge gestoßen und dabei von zwei unbekannten Männern festgehalten. Eine dritte männliche Person griff der jungen Frau von hinten in die Hose.

Die drei Tatverdächtigen werden als männlich mit dunklem Teint und dunklen Haaren beschrieben. Der Vorfall wurde erst am Samstagabend angezeigt, die Polizei sucht nun Zeugen. Sie sollen sich unter der Telefonnummer 07121 / 9423333 auf dem Reutlinger Revier melden, ebenso wie etwaige weitere Geschädigte.

Auch Organisatorin Wied hat erst am Samstag von dem Vorfall erfahren. „Wir sind alle sehr schockiert über die beiden Vorkommnisse“, sagt sie. „Das zehrt an uns allen.“ Im Vorfeld hätten die Organisatoren überlegt, wie beim Tübinger Ract-Festival ein Awareness-Team einzusetzen, das sexuellen Übergriffen vorbeugen soll. „Aber dafür hatten wir nicht die Kapazitäten.“ Sie selbst, sagt Wied, sei deshalb außer ihren sonstigen Aufgaben immer mit offenen Augen auf dem Gelände unterwegs gewesen. Fürs kommende Jahr wollen die Veranstalter sich nun eine andere Lösung überlegen – womöglich übers neue Tübinger Jugendcafé, das eine solche Präventions-Gruppe gründen wolle.

Quelle: Tagblatt.de

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