ANGEKETTET WIE TIERE – WENN KRANKE MENSCHEN MISSHANDELT WERDEN.

Sie werden auf grausamste Art und Weise misshandelt und wie Tiere angekettet. Statt Therapie, Medikamente & Co. erwartet die psychisch kranken Menschen ein Leben in Gefangenschaft. Tageslicht? Humane Lebensbedingungen? Fehlanzeige.  „Kettenmenschen“ werden sie genannt – und werden bis zu ihrem Lebensende menschenunwürdig angebunden. Aber warum? Im Westen Afrikas gelten Depressive und Schizophrene als verflucht oder vom Teufel besessen. Um nicht von ihnen angesteckt zu werden, sperren die Menschen sie weg. Unter welchen grausamen Bedingungen sie leben müssen und wer sie überhaupt zu Kettenmenschen ernennt, erfahrt ihr hier.

Photo credit: brizzle born and bred via Visualhunt / CC BY-ND

Der Teufel soll sie holen!

Sie haben kein Verbrechen begangen, aber dennoch werden sie gedemütigt, misshandelt und weggesperrt. Es sind depressive oder schizophrene Menschen, denen dieses Leid widerfährt. In Westafrika glauben die Einwohner, dass psychisch-kranke Menschen verflucht oder vom Teufel besessen seien. Um sich davor zu schützen, sperren sie diese Menschen in enge unbewohnbare Hütten. Diese Hütten werden verdunkelt und die Tür wird zu genagelt. Die höchste Sicherheitsmaßnahme: Das Anketten dieser Menschen mit Fußfesseln aus Eisen oder Stahldraht.

Symbolfoto: Photo credit: The Advocacy Project via Visualhunt.com / CC BY-ND

Pastoren sprechen das Urteil

Die Familien der Kettenmenschen wissen oft nicht, wie sie mit ihrem psychisch kranken Familienmitglied umgehen sollen und wenden sich an Pastoren. Um ihre Dienste in Anspruch zu nehmen, muss die Familie viel Geld bezahlen. Bevor das endgültige Urteil des Pastors ausgesprochen wird, müssen sich die kranken Menschen einer gewaltsamen und brutalen Teufelsaustreibung unterziehen. Sterben die Menschen während der Prozedur, so war ihr Glaube nicht stark genug, heißt es.

Das Leben ist nichts mehr wert

Kommt es zum endgültigen Urteil des Pastors, dass jegliche Hilfe zu spät sei, da der Teufel bereits die Oberhand gewonnen habe, so legt die Familie den Kranken eigenhändig die Ketten an und sperrt ihn ein. Ab und zu bringen sie ihm Essbares, was nicht für das Überleben reicht, weshalb Kettenmenschen ihre Nahrung teilweise mit ihrem eigenen Kot vermengen. Niemand hilft ihnen, da die Angst zu groß ist, ebenfalls vom Teufel besessen zu werden. Mit der Zeit werden sie vergessen, verfaulen und verwesen dann langsam bis sie schließlich sterben.

Symbolfoto: Photo credit: danielle tineke via Visual Hunt / CC BY-ND

Es gibt Hoffnung

Es gibt mittlerweile Hilfsorganisationen und Rehabilitationszentren, die sich für Kettenmenschen einsetzen. Mitarbeiter dieser Organisation reisen durch das ganze Land und sind auf der Suche nach Kettenmenschen, um diese zu befreien und ihnen die nötigen Medikamente und Behandlungen zu geben, um sie wieder zurück ins Leben zu holen.

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Es leben schätzungsweise immer noch einige zehntausende Kettenmenschen in Afrika, aber es gibt Hoffnung, dass das bald sein Ende finden wird, denn die Mitarbeiter der Hilfsorganisationen retten nicht nur Kettenmenschen, sondern klären auch Dorfbewohner über die psychischen Krankheiten auf.

*Titelbild Quelle: Photo via VisualHunt.com// Photo credit: Lau_Lau Chan via Visual hunt / CC BY   

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