Gefängnistattoos und ihre Bedeutungen

Wer hat nicht mindestens einen Bekannten, der gerne Tattoos trägt? Tagtäglich lassen sich tausende Menschen auf der Erde tätowieren bzw. Jugendsünden oder den Namen der ewig Geliebten wieder von der Haut entfernen, weil man nach zwei Jahren einander satthat.

Manche Tätowierungen stellen jedoch eine eigene Codesprache dar, jenseits von individuellen Motiven. Kriminelle erzählen durch ihre Tattoos viel von sich und ihrer Vergangenheit. Jeder, der die folgenden Motive erblickt, sollte ein wenig Vorsicht walten lassen.

Grundsätzlich sind Gefängnistätowierungen durch kein strenges Regelwerk normiert; bestimmte Muster wiederholen sich jedoch regelmäßig. Den Standard unter den Tattoos stellen drei schwarze Punkte zwischen Daumen und Zeigefinger dar.

Das bedeutet gemeinhin „Mi vida loca“ – mein verrücktes Leben. Damit geben die Träger meist an, dass sie wie Banditen leben beziehungsweise schon im Gefängnis saßen. Es deutet jedoch keine Gangzugehörigkeit an und ist recht weit verbreitet.

Eine andere Variante dieser Punkt-Tattoos sind solche mit fünf Punkten in Form eines Quadrats. Die vier äußeren repräsentieren Gefängniswände und der Punkt in der Mitte den Gefangenen. Sie stehen für die abgesessene Zeit im Gefängnis.

Recht bekannt sind auch tätowierte Tränen unter den Augen. Ebenso in diesem Fall kann die Bedeutung variieren. Sie deuten tiefe Trauer an, aber auch die bereits verbrachte Gefängniszeit. So kann eine Träne für zehn Jahre im Gefängnis stehen oder auch für einen Mord. Die Anzahl der Tränen gibt dann die Anzahl der Opfer an.

Beliebt sind auch Zahlenkombinationen oder Buchstabenreihen. Beispielsweise steht EWMN für „Evil, Wicked, Mean, Nasty“ (auf Deutsch etwa: böse, gefährlich, gemein und schlimm), es wird oft auf die Außenseite der vier Fingerknöchel tätowiert.

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Neonazis präferieren die Zahlenreihe „1488“. Das hat nichts mit dem fünfzehnten Jahrhundert zu tun. Eigentlich handelt es sich um zwei zusammengesetzte Zahlen:

Die „14“ bezieht sich auf einen Satz von David Eden Lane, einem US-amerikanischen Rechtsextremisten. Die auch „Fourteen Words“ (Vierzehn Worte) genannte Formel lautet: „We must secure the existence of our people and a future for White children“ – wir müssen die Existenz unseres Volkes und die Zukunft für die weißen Kinder sichern. Die „88“ steht für das auch hierzulande bekannte Kürzel „HH“ (die achte Stelle im Alphabet), also „Heil Hitler“.

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Direkt in Verbindung mit bestimmten Gangs stehen die folgenden Symbole. Mitglieder dieser Gruppen sind nicht selten gewalttätig und gefürchtet. Eine Krone mit fünf Zacken ist das Zeichen der „Latin Kings“ (etwa: Latino-Könige) oder „Almighty Latin King Nation“ (etwa: Allmächtiges Latino-König-Land). Diese Gruppe wurde von puerto-ricanischen Einwanderern wohl während der 1960er Jahre in Chicago gegründet.

Das „La Eme“ (ein großes M) weist Mitglieder der mexikanischen Mafia aus. Diese Gang gehört zu den größten und brutalsten Gruppierungen in den Vereinigten Staaten und ist auch in den dortigen Gefängnissen entstanden.

Daneben finden sich zahlreiche weitere Symbole als Tattoos, die je nach Land, Zeitperiode und Kultur eine verschiedene Bedeutung haben können. Man sollte niemanden vorverurteilen, aber dennoch darauf Acht geben. Das könnte vielleicht einigen Ärger vermeiden.

 

Quelle. http://www.heftig.de

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