“GOTT HASST VORHÄUTE!” WIE KLEINEN JUNGEN IM NAMEN DER RELIGION DIE GENITALIEN VERSTÜMMELT WERDEN

Als der Mohel dem Säugling die Windel herunterzieht, singen die umstehenden Männer um das verzweifelte Kreischen des Jungen zu übertönen. Der jüdische Beschneider greift zu Skalpell und Klemme und nimmt den winzigen, acht Tage alten Penis des Kleinen zwischen seine Finger. Ohne Handschuhe. Ein Schnitt, Blut fließt, das Kind strampelt wimmernd, als ihm die Vorhaut weggeschnitten wird. Ohne Betäubung. So, wie es auch bei seinem Vater gemacht wurde; bei allen Männern, die jetzt zugucken. Es ist uralte Tradition und darum nichts Schlimmes. Oder sollten die Kinder nicht selbst entscheiden dürfen, ob sie ihre Genitalen im Namen eines Gottes verstümmeln lassen wollen? 

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Beschneidung soll Genitalverstümmelung sein,? „Schnipp, Schnapp, Vorhaut ab – das ist doch ein Kinderspiel!“ Von wegen. Wer sich nur einmal die Ergebnisse der Google-Bildersuche zum Thema anschaut, wird das ziemlich schnell anders sehen: blutige Kinderpenisse mit Einschnitten an der Mini-Eichel sind nichts, was man sich gerne anguckt (in der Regel). Und wenn die Beschneidung schief geht (was nicht selten passiert), ist die Kacke richtig am dampfen.

Bis zu 10% der beschnittenen Jungen entwickeln eine Verengung der Harnröhrenöffnung, was nicht gerade angenehm ist. Oft verwachsen Penis- und Eichelhaut miteinander, wenn der Beschneider nicht sauber genug arbeitet. Sieht nicht schön aus und tut weh. Ein Leben lang. Werden zu enge Klemmen verwendet, passiert es schnell, dass die Haut sich entzündet und abstirbt. Wie rechtfertigt man das? Mit Religion? Mit Tradition?

Rund 15% aller Männer in Deutschland sind beschnitten

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… Tendenz steigend. Die meisten davon muslimischen Glaubens. Im Alter zwischen vier und acht Jahren wird den kleinen Jungen hier die Vorhaut abgeschnitten. In dem Alter bekommen die Kinder zwar schon eine Spritze zur Betäubung (anders als bei Säuglingsbeschneidungen, die sich später eh “an nichts erinnern”), sind aber noch viel zu klein um abzuschätzen, was ihnen da im Namen Allahs angetan wird.
Ihre Eltern entscheiden für sie. Oft, ohne sich ernsthaft Gedanken um die Risiken zu machen. Einfach nur, weil es ein ominöser, vorhauthassender Gott so will.

Tschüss, Vorhaut. Hallo, Trauma!

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Für die Kinder ist das oft traumatisch. Sie fühlen sich verstümmelt und unwiderbringlich entstellt. Und das ist erst der Anfang einer oft jahrelangen Leidensgeschichte voller Scham und ohne Gefühle. Denn es ist keine Urban Legend, dass sich die Eichel eines beschnittenen Penis’ verdickt; der Mann spürt weniger beim Sex. Viele lassen als Konsequenz die Kondome weg – das Risiko, sich mit Geschlechtskrankheiten anzustecken, steigt.

Viele leiden ihr Leben lang darunter, dass über ihr intimstes Körperteil verfügt wurde, wie über ein Stück Fleisch. Wegen eines kleinen Stück Fleisches.

Warum lässt man die Kinder nicht selbst entscheiden?

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Man müsste dafür nur warten, bis die Jungen alt genug sind, Teenager vielleicht. Die Antwort ist einfach: Vermutlich würden sich nur die Wenigsten dafür entscheiden. Obwohl es im ersten Buch Mose heißt, wer seine Vorhaut behalten wolle, “dessen Seele soll ausgerottet werden aus seinem Volk, weil er meinen Bund unterlassen hat.”

Aber den meisten mündigen Menschen ist ihre körperliche Unversehrtheit wichtiger, als ihre Religion. Aus gutem Grund.

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