Grafisches Video: Irakische Soldaten nehmen Rache, foltern und exekutieren flehenden ISIS-Militanten

Die Aufnahmen zeigen die Hinrichtung von mindestens zwei ISIS-Kämpfern am hellichten Tag, von denen einer verzweifelt versucht, seinen Fängern zu entkommen.

Das Blatt hat sich gegen die verheerende Organisation gewendet, die unter dem Namen Islamischer Staat von Irak und Syrien (ISIS) bekannt ist. So jedenfalls hat es den Anschein.

Von einem dem Irak verbundenen Selbstmordattentäter, der versehentlich 12 Kameraden tötete, dem Verlust der Hälfte ihres sogenannten Kalifats, der Vertreibung der Militanten aus ihrer irakischen de-facto-Hauptstadt Mosul, den Gewinnen seitens US-unterstützter Kräfte gegen ihre letzte Hochburg in Syrien, bis hin zu Gerüchten, dass ihr Führer Abu Bakr al-Baghdadi getötet worden sei, gibt es keinen Zweifel, dass ISIS sich mittlerweile mehreren militärischen und ideologischen Rückschlägen ausgesetzt sieht.

Um ihre Misere noch zu vertiefen, haben Soldaten damit begonnen, sich zu rächen, indem sie ISIS-Militanten hinrichten, wobei sie eine Methode verwenden, die an die Art erinnert, in welcher ISIS seine Hinrichtungen verübt hat.

Ein soeben veröffentlichtes grafisches Video zeigt angeblich eine Gruppe von irakischen Soldaten, wie sie ISIS-Militanten ihre eigene Medizin zu schmecken geben – indem sie sie von einer Klippe werfen und ihre Körper mit Kugeln vollpumpen, sobald sie auf dem Boden aufschlagen.

Die irakische Regierung ist dem Vernehmen nach dabei, das grafische Video zu untersuchen, das mehrere gewehrschwenkende irakische Soldaten zeigt, die einen flehenden ISIS-Kämpfer von einer Klippe werfen, bevor sie mehrmals auf ihn schießen.

Die BBC, das Innenministerium des Irak und mehrere Medien sind nicht in der Lage, die Echtheit des Videos festzustellen oder zu bestätigen, wann und wo es gedreht wurde, aber Human Rights Watch behauptet, dass es den Standort mithilfe von Satellitenbildern verifiziert habe. Belkis Wille, leitender Irak-Forscher bei Human Rights Watch, sagte gegenüber der BBC:

„In den letzten Wochen des Kampfes um West-Mosul war die allgegenwärtige Haltung, die ich bei den Streitkräften beobachtet habe, von Dynamik geprägt, dem Wunsch, die Schlacht so schnell wie möglich abzuschließen, und von einem Zusammenbruch der Einhaltung des Kriegsvölkerrechts.“

„Zahlreiche Zeugen haben nicht nur über eine deutliche Zunahme der Fälle von Folterung und außergerichtlicher Tötung von ISIS-Verdächtigen durch Streitkräfte berichtet, sondern auch über ein Gefühl innerhalb des Militärpersonals, dass sie solche Handlungen nicht mehr verbergen müssen. Diese Berichte zogen Siegesglückwünsche aus Bagdad nach sich, die wohl das Gefühl der Straflosigkeit unter den Streitkräften in Mosul weiter gefördert haben dürften.“

Ein Sprecher des irakischen Innenministeriums sagte, dass, wenn das befremdliche Video, welches im kürzlich befreiten Mosul gefilmt worden sein soll, echt sei, dann würden die beteiligten Soldaten vor Gericht gestellt.

Das Video mit Bildern, wie der ISIS-Kämpfer von einer Klippe gestoßen wird, taucht nur wenige Tage später auf, nachdem eine US-unterstützte Koalition der irakischen Streitkräfte die Befreiung Mosuls bekanntgegeben hatte – die Stadt, in der ISIS im Jahr 2014 sein Kalifat verkündet hatte.

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