GRAUSAMER ABERGLAUBE

In jeder Sekunde kann sich ihr Leben schlagartig verändern. Es sind Menschen mit Albinismus, die ständig in Angst leben müssen. Denn sie werden gejagt, verstümmelt oder sogar getötet. Dahinter steckt ein schrecklicher Aberglaube. Menschen mit Albinismus seien unsterbliche Geisterwesen, heißt es in Afrika. Aus ihren Körperteilen machen Hexenmeister Glücksbringer und Zaubertränke, die Reichtum und Glück versprechen sollen. Wer auf diese Glücksbringer vertraut, wie viel das alles kostet und auf welche Art und mit welcher Grausamkeit Menschen verstümmelt werden oder sterben müssen, lest ihr jetzt.

Photo credit: Eneas via Visual hunt / CC BY

Her mit Beinen, Armen und Köpfen!

Maskierte Männer lauern in der Dämmerung und warten darauf, ihr Opfer anzugreifen. Sie tragen Macheten bei sich, um damit ihr Opfer auf brutalste Weise zu verstümmeln. Die Opfer erzählen, dass die Machete zum Teil sehr stumpf war, sodass sie immer wieder zuschlugen bis der Arm abfiel. In den meisten Fällen hacken sie „nur“ Arme und Beine ab, aber manchmal manche Opfer werden auch geköpft. Schlimmer jedoch ist, wenn sie ihre Opfer entführen und sie gefangen halten. Je nach Anfrage, werden kleine Fleischstücke aus dem Menschen rausgeschnitten und verkauft.

Photo via Visualhunt

Von Geburt an verflucht

Was steckt eigentlich hinter dieser Krankheit? Es ist eine angeborene Stoffwechselerkrankung bei der die Produktion von Melanin gestört wird. Melanin ist für die Bildung von Pigmenten in den Haaren oder der Haut zuständig. Diese Menschen sind demnach sehr hellhäutig und haben weiße Haare. Das fällt in Afrika besonders auf.

Photo credit: ThisParticularGreg via Visualhunt / CC BY-SA

Hexenmeister und Auftragskiller

Mgana sind Hexenmeister, die zum Teil auch als Doktoren angesehen werden. Sie behaupten, dass Menschen mit Albinismus besondere Kräfte in sich tragen. Der Mgana selbst jagt und tötet die Menschen nicht, sondern erteilt gut bezahlte Mordaufträge und macht so das Morden zum lukrativen Geschäft. Aus den Albino-Haaren werden Fischnetze hergestellt, um den Fischfang zu erhöhen und aus Albino Blut werden Zaubertränke für die Gesundheit gemischt. Ein Albino-Körper soll wie ein Magnet funktionieren, der wertvolle Rohstoffe anzieht. So werden Körperteile beispielsweise in Diamant-Minen gelegt.

Photo credit: M1key.me via VisualHunt.com / CC BY

Alles hat seinen Preis

Die Bandbreite der Käuferschaft ist groß und reicht bis zum armen Fischer hin zu wohlhabenden Menschen, wobei dieser Anteil größer ist. Das liegt nicht zuletzt an den Kosten. Ein Albino Kinderleichnam kostet etwa 200.000 US-Dollar während Arme und Beine etwa 5000 US-Dollar kosten. Albino Haut ist ca. 9500 US-Dollar wert und Albino Organe bis zu 100.000 US-Dollar. Es wurde festgestellt, dass die Zahl der Morde an Menschen mit Albinismus vor den afrikanischen Wahlen besonders steigt, sodass davon ausgegangen wird, dass auch Politiker die Hilfe des Mganas aufsuchen. Aber nicht nur Einheimische wenden sich an den Mgana, sondern auch ausländische Mienenbesitzer, die ihre toten Mienen wieder „auferwecken“ wollen.

 

Photo via VisualHunt

Tragen wir diese Glücksbringer auch?

Viele Aberglauben entstehen aus der Armut heraus. Eine Armut, die besonders der Ausbeutung Afrikas von den Industrieländern geschuldet ist. Diese Okkulte versprechen das Entkommen dieser Notlage, denn sie sollen Reichtum, Glück und Gesundheit bringen.

Es stellt sich demnach die Frage, ob wir nicht auch einen Beitrag dazu leisten. Denn schließlich beruht unser Wohlsein in gewisser Weise auch auf das Leben anderer Menschen. Tragen wir dann auch eine Art Glücksbringer, die das Leben von vielen Menschen kostet?

Related Posts

Einen Kommentar hinzufügen