Jede Nacht ein Alptraum! Anwohner der JVA-Leipzig können nicht mehr schlafen

Gebrüll, Gepolter und Gitterrasseln: Wenn es Abend wird am Leipziger Gefängnis, machen einige der Insassen einen Höllenlärm. Die Anwohner rund um die Haftanstalt finden dann bis spät in die Nacht keine Ruhe, denn der ohrenbetäubende Krach geht nicht selten bis drei Uhr morgens.

Der Lärm terrorisiert die Nachbarn bereits seit Wochen. Und es gibt selten einen Tag, wo mal nach einer Stunde Schluss ist. Susanne Schreier wohnt etwa 100 Meter vom Hafthaus entfernt und ist mit den Nerven bald am Ende: „Es wird durch die Gitter gebrüllt und unablässig mit Gegenständen dagegen geschlagen.

An der Mauer stehen in der Nacht Besucher und brüllen zu den Gefangenen nach oben. Dauerhaftes Gegröle und Geschrei, teilweise äußerst aggressiv.“ Den Inhalt versteht die Anwohnerin nicht – gebrüllt wird wohl meist auf Arabisch.

Verschiedene Male riefen die Nachbarn wegen der Lärmbelästigung die Polizei. Das haben sie inzwischen aufgegeben, weil es nichts gebracht hat. Susanne Schreier: „Und als ich kurz vor Mitternacht bei der JVA anrief, sagte man mir, es sei grad Ramadan.“ Doch auch nach dessen Ende ging es weiter.

JVA-Direktor Rolf Jacob gesteht zu, dass die Anstalt aufgrund der angespannten Personalsituation und den Sprachbarrieren vor großen Herausforderungen steht: „Zur Eindämmung des Problems suchen wir nach administrativen, personellen und baulichen Lösungen.“ Bislang aber wohl noch nicht so erfolgreich.

Das Hafthaus ist derzeit mit 395 Gefangenen voll belegt, der Anteil der ausländischen Insassen beträgt 34 Prozent.

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