Reisekrankheiten: Die wichtigsten Tipps

Egal ob ans Mittelmeer oder in die Tropen – wenn es um den Urlaub geht, haben Reisen in die Sonne fast das ganze Jahr Hochkonjunktur. Doch vor allem bei Fernreisen können wir uns unerwünschte und sogar gefährliche Mitbringsel einfangen – Reisekrankheiten. Eine ganze Reihe von Krankheiten werden durch verunreinigtes Wasser, Lebensmittel oder Stechmücken übertragen. Hier die wichtigsten Tipps zur Vorbeugung.

Impfung

Leider gibt es auch Impfungen, die einen zeitlichen Mindestabstand zur Abreise verlangen und daher bei Last-Minute-Reisen problematisch sind.

Die gute Nachricht zuerst: Europa und der Mittelmeerraum sind relativ ungefährliche Reiseziele – zumindest was gefährliche Infektionskrankheiten betrifft. Wer hier grundlegende Hygiene-Regeln befolgt, kommt meist ungeschoren durch den Urlaub. Allerdings: Einen Durchfall durch verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel kann man sich auch in Spanien, Italien oder den nordafrikanischen Küstengebieten einfangen.Geht es im Urlaub in die Tropen, ist schon ein wenig mehr Vorsorge und Vorbeugung gefragt. Denn in vielen Ländern grassieren übertragbare Krankheiten, gegen die man sich vorher impfen lassen sollte. Hier ist es daher wichtig, sich schon einige Wochen vorher über nötige oder empfohlene Impfungen zu informieren. Hier einige Tipps dazu, wo und in welcher Form man beim Urlaub aufpassen muss.

Street food vendor

Schmackhafte Versuchung: Beim Kauf von Lebensmitteln auf dem Markt oder bei Straßenhändlern gilt die Regel: “cook it, boil it, peel it or forget it”.

Lebensmittel: Was sollte ich beachten?

Im Schnitt durchleidet ihn jeder dritte Tourist in südlichen Ländern: Montezumas Rache oder prosaischer ausgedrückt Durchfall. Vor allem beim Urlaub in den Tropen steht er unter den Reisekrankheiten an erster Stelle. Das Problem: Mit Obst, Wasser oder auch Eiswürfeln nehmen wir Bakterien und andere Erreger auf, die unser Körper nicht kennt und gegen die er sich daher nur schwer wehren kann. Neben lästigen, aber eher harmlosen Erregern können wir uns in einigen Regionen auch gefährliche Infektionskrankheiten wie Hepatitis A oder die Cholera zuziehen.

Wichtig deshalb: Auch wenn Einheimische das Leitungswasser oder die Melone problemlos vertragen, sollten wir dabei sehr vorsichtig sein. Vor allem beim Kauf von Lebensmitteln auf dem Markt oder bei Straßenhändlern gilt die alte Regel: “cook it, boil it, peel it or forget it” – auf deutsch: erhitzen, abkochen, schälen oder lieber ganz vergessen. Aber auch in Hotels finden wir häufig den Hinweis am Wasserhahn: Not potable oder No Drinking Water.

Generell eher mit Vorsicht oder besser gar nicht zu genießen sind Speiseeis, Getränke mit Eiswürfeln, Salate, nicht geschältes Obst und warmgehaltene Speisen. Industriell abgefüllte Getränke und Kaffee oder Tee, die aus sprudelnd gekochtem Wasser zubereitet wurde, sind dagegen in der Regel unbedenklich.

Streuende Hunde in Thailand

In vielen Urlaubsländern besteht Tollwutgefahr. Urlauber sollten deshalb nie streunende Hunde streicheln.

Tiere: Lieber Abstand halten

Kleine Äffchen, junge Hunde oder Kätzchen sind einfach niedlich. Da ist die Versuchung groß, das Tierchen zu streicheln oder mit ihm und kuscheln. Aber Vorsicht: Gerade solche Tiere können unerkannt die Überträger von Krankheiten sein. Das Tückische daran: Längst nicht immer wird das Tier selbst krank, dennoch können sein Blut oder Speichel gefährliche Viren oder Bakterien enthalten. Fangen wir uns dann einen Kratzer oder gar einen Biss ein, dann stecken wir uns an.

Deshalb ist im Urlaub eher Vorsicht geboten, wenn wir einem streunenden Hund, einem Affen oder auch Fledermäusen begegnen. Ein Beispiel ist die Tollwut: Bei uns ist diese tödliche, bei Hunden und Füchsen häufige Infektionskrankheit, eher selten. Denn in den Wäldern werden regelmäßig Impfköder ausgelegt. Doch in Ländern wie Indien, Südostasien, aber auch Nordafrika und Südamerika kommt die Tollwut noch häufig vor. Reisenden in diese Regionen empfehlen Mediziner daher in jedem Falle eine vorbeugende Impfung.

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Anopheles-Mücke

Summender Überträger: Die Anopheles-Mücke überträgt die Malaria – die häufigste Tropenkrankheit.

Stechmücken: Summende Gefahr

In fast allen tropischen Ländern sind Stechmücken potenzielle Überträger von Infektionskrankheiten. Daher gilt es dort besonders, Mückenstiche zu vermeiden. Dazu gehört nachts ein Moskitonetz, aber auch Kleidung mit langen Hosen und Ärmeln und die Nutzung eines Abwehrmittels. Diese Repellents gibt es als Spray und Lotionen. Sie sollten täglich wiederholt auf die Haut aufgetragen werden – vor allem dort, wo man stark schwitzt.

Der Klassiker unter den von Mücken übertragenen Krankheiten ist die Malaria. Wer in die Tropen reist, hat Schätzungen zufolge ein Risiko von 1:50, sich durch einen Mückenstich zu infizieren. Auch in Südafrika besteht Malariagefahr – etwa im Krüger Nationalpark, der bei Safari-Touristen sehr beliebt ist. Vor allem bei Reisen nach Afrika, aber auch in einige asiatische und südamerikanische Gebiete sollte man sich er daher vorher informieren, ob im betreffenden Land ein Malariarisiko besteht.

In Asien sowie dem Pazifikraum übertragen Stechmücken dagegen vor allem das Denguefieber. Zu den Hauptverbreitungsgebieten gehören aktuell unter anderem Indien und Nepal. Auch in Vietnam und Thailand ist die Zahl der Fälle angestiegen – und damit Reiseländern, die bei deutschen Urlaubern sehr beliebt sind. In Teilen des Pazifiks und in Zentralafrika kommt Dengue ebenfalls vereinzelt vor.

Ebenfalls durch einen Mückenstich kann man sich in Südostasien mit dem Chikungunyafieber infizieren. Einige Symptome dieser Viruskrankheit ähneln dem Denguefieber, darunter Fieber und Gliederschmerzen. Zusätzlich kommen aber häufig Hautausschläge, Augenentzündungen und Magen-Darm-Probleme hinzu.

Diese Auflistung der Risiken und möglichen Ansteckungsgefahren mag zwar ziemlich abschreckend und so gar nicht urlaubsmäßig entspannt klingen. Aber wer die Tipps beherzigt und ein bisschen aufpasst, der wird dann wenigstens mit einem Reisen ohne Reue belohnt.

Quelle: Wissen.de

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