SO VIELE DEUTSCHE JUGENDLICHE KÄMPFEN FÜR ISLAMISCHEN STAAT

Seit 2012 sind mehr als 930 Dschihadisten aus Deutschland in den Irak oder nach Syrien gegangen, um sich dort dem “Islamischen Staat” (IS) anzuschließen.

Von ihnen ist jeder achte konvertiert und kaum älter als 30. In den Glaubenskrieg sollen sich bisher 40 Minderjährige gewagt haben. 110 Berliner sind laut dem aktuellen Verfassungsschutzbericht seit 2012 ins Kriegsgebiet gereist.

Die meisten Kämpfer sind demnach männliche Muslime mit Migrationshintergrund. Im Bericht heißt es, dass sie den Weg auf sich genommen haben “wahrscheinlich um an Kampfhandlungen teilzunehmen”. Bisher starben dabei etwa 20 Berliner. Etwas mehr als die Hälfte von ihnen sei bisher zurückgekehrt, wie rbb berichtete.

Experten vermuten einen Anstieg der Rückkehrer aus dem Kriegsgebiet.
Experten vermuten einen Anstieg der Rückkehrer aus dem Kriegsgebiet.

Psychologe und Islamismus-Eperte Ahmad Mansour arbeitet in der Beratungsstelle HAYAT, um dort Angehörige zu unterstützen. Laut seiner Aussagen gegenüber dem rbb gebe es in der Hauptstadt viele Eltern die dabei zusehen müssen, wie ihre Kinder sich dem IS hingeben.

Auch Gewaltforscher Andreas Zick kennt das Problem. Er spricht sogar von einer radikalen Jugendkultur. Der Dschihad sei jugendnah und würde Lösungen für Entwicklungsfragen geben. Was also tun, um die Radikalisierung zu verhindern?

Mansour verspricht sich von einer Aufklärungskampagne, Jugendliche schon vor einer Radikalisierung erreichen zu können. Auch Schulen sollen diesbezüglich mehr Verantwortung übernehmen und eingreifen, wenn sie Verhaltensänderungen bei ihren Schülern entdecken.

Eing gutes Zeichen: Immer weniger Deutsche reisen nach Syrien und in den Irak. Der Verfassungsschutz vermutet einen Zusammenhang mit den schlechten Lebensbedingungen vor Ort und sinkende militärischen Bedeutung der Terrormiliz.

Demzufolge ist damit zu rechnen, dass demnächst deutlich mehr Kämpfer nach Deutschland zurückkehren. Thomas Mücke, Politologe und Pädagogen vom Violence Prevention Network weiß, dass es schwer sein wird diese Leute wieder zurück in die Gesellschaft einzugliedern, aber “es sind junge Menschen, die man nicht verloren geben darf”.

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