Studie: Im Kaffee aus der Maschine tummeln sich Keime wie im Abfluss

Hygienische Risiken: In der Kaffeemaschine lauern Abfluss-Keime
Für Kaffeeliebhaber dürften die Untersuchungsergebnisse eines deutschen Studenten alles andere als appetitlich klingen. Im Rahmen seiner Abschlussarbeit hat er festgestellt, dass Kaffeemaschinen eine Quelle für Mikroorganismen sein können und sich Bakterien auch im gebrühten Kaffee wiederfinden.

 

Deutsche lieben Kaffee
Kaffee zählt zu den beliebtesten Getränken der Deutschen. Jeder Bundesbürger trinkt im Durchschnitt über 160 Liter pro Jahr. Der Wachmacher galt zwar lange als gesundheitsschädigend, doch heute weiß man, dass das beliebte Heißgetränk gesünder ist, als oftmals angenommen wird. Untersuchungen haben aber gezeigt, das sich im Kaffee auch Keime befinden können, die der Gesundheit mitunter schaden. Die Bakterien gelangen über die Kaffeemaschinen in das Getränk.

In Kaffeevollautomaten laueren oft Keime, die auch im Abfluss zu finden sind. Selbst im gebrühten Kaffee sind solche Bakterien. (Bild: Rawpixel.com/fotolia.com)

Bakterien im Kaffee
Was der Student Jan Schages in seiner Abschlussarbeit im Studiengang Lebensmittelwissenschaften an der Hochschule Rhein-Waal herausgefunden hat, ist wahrlich nicht appetitlich.

In der Masterarbeit unter der Betreuung durch Prof. Dr. Dirk Bockmühl, Professor für Hygiene und Mikrobiologie an der Fakultät Life Sciences, stellte Schages fest, mit welchen hygienischen Risiken die Verbraucherinnen und Verbraucher beim Kaffeekonsum aus Kaffeevollautomaten konfrontiert werden.

„Es zeigte sich deutlich, dass die Kaffeemaschine eine Quelle für Mikroorganismen sein kann und sich vor allem Bakterien hinterher auch im gebrühten Kaffee wiederfinden“, heißt es dazu in einer Mitteilung.

Keime wie aus dem Abfluss
„Die Bakterien siedeln sich unter anderem in den wasserführenden Elementen (Schläuche und Wassertank) der Kaffeevollautomaten an. Dort bilden sie unter anderem einen Biofilm“, erläuterte Schages.

Den Angaben zufolge bestehe dieser schleimige Biofilm aus Bakterienkolonien, auf denen sich dann weitere Keime vermehren. „Man kennt solche Biofilme auch aus dem Abfluss, wenn man den reinigt“, so der Absolvent.

Solche Erreger seien grundsätzlich überall zu finden, wo es feucht und warm ist.

Kaffeemaschinen regelmäßig reinigen
„Obwohl es bislang keine Belege für eine gesundheitliche Gefährdung durch verunreinigten Kaffee gibt, wird dazu geraten, Kaffeevollautomaten regelmäßig zu reinigen“, heißt es in der Pressemitteilung der Universität.

Und: „Auch eine hohe Kaffeetemperatur schützt laut den Ergebnissen der Studie vor einer hohen Keimbelastung.“

Es wird dazu geraten, nicht nur den Wasserbehälter der Maschinen regelmäßig zu reinigen, sondern auch täglich frisches Wasser in den Tank zu füllen. Wichtig ist es zudem, den Kaffeesatzbehälter nicht nur zu leeren, sondern richtig sauber zu machen.

Darüber hinaus sollte – falls möglich – die Ausgabetemperatur für den Kaffee erhöht werden, damit die Keime im Kaffee reduziert werden.

„Im Schnitt liegen diese Temperaturen bei 60 bis 63 Grad Celsius“, so Schages laut RP. Es hätte sich gezeigt, dass durch eine kleine Erhöhung auf 68 Grad Celsius ein großer Teil der Keime abgetötet wird.

Gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Bakterien
Auch in früheren Studien wurde festgestellt, dass in Kaffeemaschinen häufig unhygienische Verhältnisse herrschen. So zeigte sich in einer Untersuchung von Wissenschaftlern der Universidad de Valencia (Spanien), dass Nespresso-Kaffeemaschinen oft bakteriell kontaminiert sind.

Die Forscher fanden unter anderem Keime aus der Gruppe der Enterokokken und der Pseudomonas. Erstere sind vor allem für Menschen deren Immunsystem bereits geschwächt ist und für Kleinkinder ein gesundheitliches Risiko.

Ihnen drohen Harnwegs- und Magen-Darm-Infektionen, die mit Symptomen wie DurchfallÜbelkeit und Erbrechen einhergehen können.

Der Erreger Pseudomonas aeruginosa kann zwar gesunden Menschen wenig anhaben. Doch für bestimmte Risikopatienten, deren Immunsystem ohnehin geschwächt ist, stellt der Keim eine ernstzunehmende Gesundheitsgefahr dar.

Mehrwegbecher als Alternative zu „Coffee-to-Go“-Bechern
Jan Schages widmete sich in seiner Masterarbeit auch der Nutzung von Mehrwegbechern als Alternative zu sogenannten „Coffee-to-Go“-Bechern.

„Es konnte nachgewiesen werden, dass die mögliche Keimbelastung durch mehrfach verwendbare Kaffeebecher im Vergleich zu den möglichen Risiken einer schlecht gepflegten Maschine vernachlässigbar ist“, heißt es dazu in der Mitteilung.

Philip Heldt, der das Projekt von der Verbraucherzentrale NRW begleitet hat, begrüßt diese Befunde und sieht darin eine Bestätigung, die Verwendung von Mehrwegbechern auch aus ökologischen Gründen weiter zu fördern.

Quelle: Heilpraxisnet.de

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