Vater radelt 2.200 Kilometer, um das Herz seiner toten Tochter zu hören.

Bill Conner musste den wohl tragischsten Verlust hinnehmen, der einem Vater widerfahren kann und der ihn in ein tiefes Loch riss: Seine Tochter Abbey war nämlich im Alter von nur 20 Jahren während eines Urlaubs in Cancun, Mexiko, gestorben. In einem Schwimmbecken hatte man sie und ihr Bruder mit dem Gesicht nach unten bewusstlos entdeckt. Während er den Unfall überstand, war ihr Zustand sehr kritisch.

 

Zu lange von der Sauerstoffversorgung abgeschnitten, waren viele Zellen in Abbeys Gehirn abgestorben, weshalb sie nicht mehr zu Bewusstsein kam. Im Krankenhaus hielt eine Beatmungsmaschine sie anfangs in einem vegetativen Zustand am Leben, später jedoch wurden die lebenserhaltenden Maßnahmen beendet.

 

 

Weil sich Bills Tochter schon mit 16 Jahren als Organspenderin hatte eintragen lassen, konnte nach ihrem Tod vier jungen Männern das Leben gerettet werden. Der 21-jährige Loumonth Jack Jr. bekam sogar ihr Herz, das sein Leben nun entscheidend verlängert.

Ohne diese Transplantation wäre er circa zehn Tage nach einem Herzanfall gestorben. Aufgrund eines angeborenen Herzfehlers hätten selbst Medikamente oder sonstige Eingriffe ihn nicht mehr retten können.

Um dem eigenen Schmerz zu begegnen und auf die Wichtigkeit von Organspenden aufmerksam zu machen, begab sich Bill auf seine tausende Kilometer lange Radtour von seiner Heimatstadt Madison im US-Bundesstaat Wisconsin quer durch die Vereinigten Staaten zum Broward Health Medical Center in Fort Lauderdale, Florida. Dort waren die Organe seiner Tochter entnommen worden. Was nach rund 2.200 Kilometern auf der Strecke geschehen sollte, rührte ihn zu Tränen.

Bill informierte das Broward Health Medical Center nämlich über sein Vorhaben und stellte die Frage, ob die Organempfänger ihn treffen möchten. Einer von ihnen, Loumonth Jack Jr., sagte einer Begegnung zu. In Baton Rouge im US-Bundesstaat Louisiana traf er schließlich am Vatertag denjenigen, der das Herz seiner Tochter in der Brust trug. Mit einem Stethoskop hörte er es stetig schlagen und umarmte Jack minutenlang.

Es war ein herzerwärmender Augenblick. Auch Loumonth Jacks Vater stand gerührt daneben und nahm Bill in die Arme. Wegen seiner Tochter konnte sein Sohn weiterleben, dessen Überlebenschancen ohne ihr Herz gleich null gewesen wären.

„Es ist schön zu wissen, dass er wegen Abbey lebt, dass Abbey in ihm weiterlebt – es ist ihr Herz, das ihn hier stehen lässt,“ sagte Bill. „Ich freue mich für ihn und seine Familie und gleichzeitig komme ich wieder mit meiner Tochter zusammen.“

Zumindest in Loumonth Jack Jr. währt ein Teil von Abbey fort. Ihr Herz wird hoffentlich für noch viele Jahrzehnte schlagen.

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