Warnsignal! Das kann hinter einem zuckenden Auge stecken.

„O mein Gott, wie peinlich! Sieht er das?“ – Das sind wohl die ersten Gedanken, die einem in den Kopf kommen, wenn das Augenlid plötzlich im Gespräch mit dem Chef oder dem neuen Schwarm unaufhörlich zuckt. Doch kein Grund, vor Scham im Boden zu versinken: Im Normalfall wird das Lidzucken vom Gegenüber gar nicht wahrgenommen. Dennoch ist es nervig, unangenehm und macht nicht wenigen Betroffenen Angst.

Wie entsteht das Lidzucken? 

Das Augenlidflattern wird durch unkontrollierbare Muskelzuckungen (auch Faszikulationen genannt) ausgelöst. Ein gereizter Nerv ist für den Krampf des ringförmigen Muskels um das Auge verantwortlich. Meist ist nur ein Auge vom Lidzucken betroffen. Wie lange dieses Symptom anhält, ist sehr unterschiedlich: Das Zucken kann nur wenige Sekunden andauern oder zu einer Belastung werden, die auch nach Monaten noch nicht verschwunden ist.

Welche Ursachen kann das Augenlidflattern haben?

Panik ist in diesem Fall meistens Fehl am Platz: Hinter diesem Symptom können sich viele harmlose Ursachen verbergen. Nur in wenigen Fällen steckt etwas Ernsthaftes dahinter.

1. Schlafmangel


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Wenn du unter starker Müdigkeit leidest, kann es passieren, dass sich dein Augenlid unkontrolliert bewegt. Wenn du die Nacht zuvor zu wenig geschlafen hast, konnte sich dein Körper nicht ausreichend regenerieren. Am Tag danach kann es schneller zu überanstrengten Augen und überreizten Nerven kommen.

2. Stress 

Mitten in der Fahrprüfung fängt dein Auge plötzlich an zu zucken? Das ist zwar ärgerlich, aber nicht verwunderlich. Durch die Ausschüttung der Stresshormone Cortisol, Noradrenalin und Adrenalin bei Stress wird dem Körper Energie zur Verfügung gestellt. Dadurch werden die Muskeln im Körper in Alarmbereitschaft gesetzt, wozu auch der Lidmuskel gehört. Durch die Nervenimpulse beginnen die einzelnen Muskelpartien zu zucken, jedoch nimmt der Mensch dies nur beim Augenlid wahr. Das liegt daran, dass die Haut an dieser Stelle sehr dünn ist.

Damit du das Zucken loswirst, solltest du dich gezielt entspannen. Dazu kannst du beispielsweise Augen-Yoga gegen gestresste Augen machen. Alternativ hat sich auch das Schüßler-Salz Nr. 14 (Kalium bromatum) bewährt, da es die Nerven beruhigt und entspannt.

3. Magnesiummangel 

Aufgrund der erhöhten Durchlässigkeit der Zellmembran bei einem Mangel an Magnesium sind die Nervenzellen und neuromuskulären Synapsen sehr leicht reizbar. Dadurch kommt es schnell zu einem nervigen Augenzucken. Ein Magnesiummangel kann weitere Symptome wie Schlafstörungen, Herzrasen und Magen-Darm-Probleme (z.B. Durchfall oder Übelkeit) zur Folge haben. Die Ursachen für einen solchen Mineralstoffmangel reichen von übermäßigem Alkoholkonsum über eine einseitige Ernährung bis hin zu Durchfallerkrankungen.

Ein Magnesiummangel wird in der Regel mit einem entsprechenden Nahrungsergänzungsmittel behandelt. Zudem solltest du darauf achten, mehr magnesiumreiche Lebensmittel wie beispielsweise Nüsse, Haferflocken oder Reis in deinen Speiseplan einzubauen.

4. Nikotin- und/oder Alkoholkonsum

Beide Stoffe schaden den Nerven, da diese dadurch überanstrengt werden. Somit können das Rauchen von Zigaretten und das Trinken von Alkohol Augenlidzucken zur Folge haben. Versuche daher den Konsum dieser Genussmittel zu reduzieren.

5. Falsche Brillenstärke

Im Laufe der Zeit benötigen viele Brillenträger eine neue Brillenstärke. Das Lidflattern kann ein Anzeichen dafür sein, dass deine Gläser nicht mehr passen. Es lohnt sich daher, die Sehstärke beim Optiker überprüfen zu lassen.

6. Überanstrengte Augen

Wer beruflich oder privat sehr viel Zeit am Rechner verbringt, wird ebenso häufig von diesem Symptom geplagt. Die Augen werden durch das Starren auf den Monitor sehr strapaziert. Du solltest daher immer einmal wieder eine Pause machen und in die Ferne schauen, damit sich deine Augen entspannen können.

7. Kaffee

Auch deine geliebte Tasse Kaffee könnte die Ursache für das Augenlidflattern sein. Schließlich ist es kein Geheimnis, dass Koffein den Stoffwechsel sowie die Durchblutung anregt, was wiederum zu einer höheren Muskelaktivität führt. Infolgedessen fängt das Augenlid bei vielen Kaffeetrinkern an zu zucken. Versuche doch einmal, deinen Kaffeekonsum zu reduzieren, und schau, ob du eine Veränderung des Lidzuckens bei dir feststellen kannst.

8. Vitamin-B12-Mangel

Vitamin B12 ist ein wichtiges Vitamin für gesunde Nerven. Fehlt es, kann deren Funktion erheblich gestört werden. Sogar schwerwiegende Nervenschäden sind möglich. Ein Mangel an Vitamin B12 kann daher Augenlidzucken verursachen. Er entsteht oft bei Vegetariern oder Veganern, da Vitamin B12 nur in tierischen Produkten wie Milch, Käse und Fleisch vorkommt. Aber auch bei Störungen des Verdauungstrakts, regelmäßigem Alkoholkonsum sowie der Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. der Pille oder von Antiepileptika) kann es zu einer Mangelerscheinung kommen. Ein Bluttest sollte dir Gewissheit darüber verschaffen, ob du an einem Vitamin-B12-Mangel leidest.

9. Bluthochdruck

Da sich die Arterien bei hohem Blutdruck erweitern, kommen die Adern und Nerven leichter miteinander in Berührung. Ist dies der Fall, entstehen vor allem im Gehirn Muskelimpulse, die sich durch Lidzucken äußern können. Einem hohen Blutdruck vorbeugen bzw. ihn senken kannst du unter anderem, indem du deinen Stress reduzierst, Sport treibst, dich salzarm ernährst und – bei Übergewicht – abnimmst.

10. Schilddrüsenüberfunktion

Auch bei einer Schilddrüsenüberfunktion kann es neben Herzrasen, Gewichtsabnahme und Schwitzen zu unkontrollierten Muskelzuckungen kommen, wozu auch das Augenlidflattern gehört. Durch eine extrem hohe Ausschüttung der Schilddrüsenhormone T3 und T4 wird der Stoffwechsel aktiver, als er eigentlich bei einem gesunden Menschen sein sollte. Du solltest daher einen Bluttest beim Arzt machen, wenn du den Verdacht hast, an einer Schilddrüsenerkrankung zu leiden.

11. Infektionen und Allergien

Day 260 Allergies

 

Manchmal ist auch eine Bindehautentzündung oder eine Entzündung des Lidrandes der Auslöser für das Lidzucken. Hierbei solltest du dich an einen Augenarzt wenden, vor allem wenn weitere Symptome wie Juckreiz, Lichtempfindlichkeit oder vermehrter Tränenfluss hinzukommen. In manchen Fällen ist auch eine Allergie, wie beispielsweise Heuschnupfen, für das Augenlidzucken verantwortlich.

12. Neurologische Erkrankungen

In Einzelfällen ist Lidzucken ein Symptom einer ernsten neurologischen Erkrankung wie Neuropathie oder Multiple Sklerose. Die Impulsübertragung der Nerven ist hierbei krankhaft beeinträchtigt.

13. Ticstörung

Zucken Muskeln oder ganze Muskelpartien immer wieder schnell und ohne erkennbaren Grund zusammen, kann es sich auch um eine Ticstörung handeln. Hierbei kann es unter anderem zum Ziehen von Grimassen, Kopfnicken oder auch Lidzucken kommen. Die Ursachen für diese Störung sind bisher nur unzureichend erforscht. Vermutet wird eine genetische Disposition, da sie familiär gehäuft auftritt.

14. Hirntumor

Breitet sich ein Tumor im Gehirn aus, drückt er ggf. auch auf die Nerven der Augenlider. Das kann Augenlidflattern zur Folge haben.

Generell solltest du dich an einen Arzt wenden, wenn das Lidzucken sehr lang anhält und oft auftritt oder noch weitere Symptome hinzukommen.

 

 

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