Weltgesundheitsorganisation: 9,2 Millionen Kinder unter 5 Jahren sterben jährlich an vermeidbaren Krankheiten

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben über eine Milliarde Kinder auf der Welt mindestens eines der Güter oder eine der Dienstleistungen nicht zur Verfügung, welche zum Überleben unerlässlich sind, was letztlich zu ihrem vorzeitigen Tod führt.

Im Jahr 2000 hatten die Vereinten Nationen einen sogenannten Millennium-Gipfel abgehalten, auf dem Millennium-Entwicklungsziele (MDG’s) eingeführt wurden.

Bei den MDG’s handelt es sich um acht internationale Entwicklungsziele, die von den Vereinten Nationen im Zeitraum von 2000 bis 2015 besondere Aufmerksamkeit erhalten würden. Als die 15-jährige Periode für diese Ziele abgelaufen war, wurden die MDG’s in Sustainable Development Goals (SDG’s), d.h. nachhaltige Entwicklungsziele umgewandelt.

Ziel Nr. 4 der MDG’s bestand darin, die Kindersterblichkeitsraten zu senken. Konkretes Ziel war es, die Kindersterblichkeit um zwei Drittel zu reduzieren, vor allem im Alter von bis zu fünf Jahren. Diese Kinder sterben meist an vermeidbaren Krankheiten auf der ganzen Welt.

Obwohl die Vereinten Nationen behaupten, dass man mit den MDG’s weltweit vorangekommen sei, zeigen die neuesten von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichten Statistiken jedoch ein recht grimmiges Bild.

Nach Angaben der WHO sterben jährlich über 9 Millionen Kinder unter fünf Jahren an vermeidbaren Krankheiten. Die WHO deckte auf, dass die Mehrheit der Todesfälle in den Entwicklungsländern auftritt. Rund 70% dieser frühen Kindstode sind durch Bedingungen verursacht, die mit Zugang zu einfachen und erschwinglichen Interventionen verhindert oder behandelt werden könnten.

Aufgrund der besseren Gesundheitseinrichtungen, der Verfügbarkeit von sauberem Wasser und unter anderem der Hygiene in bereits entwickelten Ländern, werden Kinderleben dort gerettet. Aber in den Entwicklungsländern verhält es sich genau gegenteilig. Mangel an dem, was in der entwickelten Welt verfügbar ist, bewirkt, dass Kinder aus sonst vermeidbaren und behandelbaren Umständen umkommen.

Die Statistiken weisen aus, dass Kinder in Entwicklungsländern zehnmal häufiger vor dem Alter von fünf Jahren sterben als gleichaltrige Kinder in den entwickelten Ländern. Sie haben desweiteren enthüllt, dass über einer Milliarde Kinder mindestens eines der zum Überleben notwendigen Güter oder Dienstleistungen, wie Ernährung, Wasser, Hygiene, Grundversorgung, Obdach und Bildung, vorenthalten wird. Manche verhungern, während andere an Krankheiten sterben.

Es heißt, die meisten dieser Kinder befänden sich in Schwarzafrika und Südasien. Vermeidbare Krankheiten wie Lungenentzündung, Durchfall, Malaria und Masern sind die häufigsten Krankheiten, welche das Leben dieser unglücklichen Kinder nehmen.

Arme Familien sind oftmals nicht in der Lage, auch nur die grundlegendste Gesundheitsversorgung für ihre Kinder zu erhalten. Schlechte oder verspätete Versorgung ist indes für bis zu 70% aller Todesfälle von Kindern unter 5 Jahren verantwortlich, so die Weltgesundheitsorganisation. 20% der Gesamt-Todesfälle treten in nur 12 Ländern auf.

Für die 12 Ländern, in denen mehr als 20% der Kinder vor ihrem fünften Geburtstag sterben, zeigte die WHO auf, dass neun von ihnen in den letzten Jahren einen großen bewaffneten Konflikt erlitten haben.

Die WHO sagte, dass Gegenmaßnahmen, um diese bestürzende Situation zu beheben, die Bereitstellung von angemessenen Gesundheitseinrichtungen und sauberem Wasser beinhalte, sowie die grundlegende Bedingungen zur Verfügung zu stellen, die für das menschliche Überleben unverzichtbar sind.  Auch sind Aufklärungskampagnen über die Verbreitung von Kenntnissen über Empfängnisverhütung und die Aufrechterhaltung von Hygienstandards weitere wichtige Schritte zur Verhinderung dieser frühen Todesfälle.

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