Zwei hochrangige Amtsträger des Vatikans sexueller Verbrechen beschuldigt

Der Vatikan wird von Skandalen erschüttert; zwei hochrangige Mitglieder der Kongregation wurden wegen schmutziger Verbrechen verhaftet, einschließlich eines angeblichen sexuellen Missbrauchs von Kindern.

Der Hauptfinanzberater des Papstes, Kardinal George Pell, und ein weiterer unbekannter hochrangiger Priester wurden verhaftet. Pell wird Besitz von Kinderpornografie vorgeworfen und der unbekannte Priester wird beschuldigt, Veranstalter einer drogenberauschten Sexorgien-Party gewesen zu sein.

Letzten Monat wurden Pell, einem von Australiens hochrangigsten Katholiken, nach Angaben der Polizei mehrere Anklagepunkte „historischer“ sexueller Übergriffe zur Last gelegt, wie Independent berichtete.

„Pell wird vor einem australischen Gericht erscheinen, wo er mehrere Anklagepunkte historischer sexueller Übergriffe zu verantworten hat“, sagte der stellvertretende Polizeikommissar des Bundesstaates Victoria, Shane Patton.

Pell ist der hochrangigste Repräsentant der Kirche, der bei den lang anhaltenden Skandalen sexuellen Missbrauchs je angeklagt wurde.

ZUR LINKEN VON PAPST FRANZISKUS: KARDINALL GEORGE PELL, ANGEKLAGT WEGEN SEXUELLEN MISSBRAUCHS

Gegen ihn wurden bereits zuvor Anschuldigungen erhoben, dass er falsch mit Missbrauchsfällen durch Klerikern umgegangen sei, als er Erzbischof von Melbourne und später von Sydney war. Nun wird er wegen seines eigenen mutmaßlichen Missbrauchs unter die Lupe genommen.

Die Anschuldigungen können von zwei Männern stammen, die nun in ihren 40ern sind, und die Pell vorwerfen, sie Ende der 1970er bei einer Poolparty unsittlich berührt zu haben, wie The Telegraph berichtete.

„Es war sehr schwierig für sie, sich aus der Deckung zu wagen“, sagte Ingrid Irwin gegenüber der Melbourner Zeitung Herald Sun. „Gegen jemand auszusagen, der gleich nach Gott kommt, hat ihnen nach Ansicht mancher Leute allemöglichen Probleme bereitet.“

Pell „wies alle Anschuldigungen vehement zurück“ und „freut sich auf seinen Gerichtstermin und wird sich gegen die Anklagen energisch zur Wehr setzen“, wie es in einer Presseerklärung durch die katholische Erzdiözese in Sydney heißt.

„Ich habe mir diese Vorwürfe nicht zuschulden kommen lassen, sie sind falsch“, sagte Pell bei einer Pressekonferenz. „Die ganze Vorstellung des sexuellen Missbrauchs ist mir vollkommen zuwider…Diese Angelegenheiten werden nun seit zwei Jahren untersucht“, sagte Pell.

„Es wurden interne Dinge an die Medien weitergegeben. Es gab eine rücksichtslose Rufmordkampagne – eine rücksichtslose Rufmordkampagne. Und seit mehr als einem Monat stand eine Entscheidung darüber bevor, ob Anklage erhoben wird…Ich freue mich darauf, dass mein Gerichtstermin endlich feststeht“, sagte er.

„Die ganze Zeit war ich bei meiner vollkommenen Zurückweisung dieser Anschuldigungen komplett schlüssig und eindeutig“, fügte Pell hinzu. „Neuigkeiten in Bezug auf diese Anklagen stärken meine Entschlossenheit…und der Gerichtsprozess bietet mir nun die Gelegenheit, meinen Ruf wiederherzustellen und hierhin zurückzukehren, zurück nach Rom, um mich wieder an die Arbeit zu machen.“

Von Pell, dem dritthöchsten Kardinal, wird erwartet, zu einer Gerichtsverhandlung am 18. Juli 2017 vor dem Melbourne Magistrates Court zu erscheinen.

Die Polizei des Vatikans führte laut der italienischen Tageszeitung Il Fatto Quatidianoletzten Monat eine Razzia bei einer drogenberauschten Schwulen-Sexparty in der Wohnung eines hochrangigen Priesters durch.

Die Wohnung wurde durchsucht, nachdem sich Nachbarn über ungewöhnliches Verhalten unter den häufigen Besuchern in den späten Abendstunden beklagten.

Die italienische Zeitung zitierte die Polizei mit den Worten, dass sie Drogen gefunden haben und dass sich eine Gruppe von Männern an sexuellen Aktivitäten beteiligt hatten, als sie die Wohnung betraten.

Der Priester leistet seinen Dienst als Sekretär für Kardinal Francesco Coccopalmerio, den persönlichen Berater von Papst Franziskus.

Ironischerweise gehört die Wohnung der Kongregation für die Glaubenslehre – der Abteilung, die mit der Aufgabe betraut ist, sexuellen Missbrauch innerhalb der Kirche loszuwerden.

2014 gelobte Papst Franziskus, „abscheulichen“ sexuellen Missbrauch innerhalb der Kirche auszumerzen. Letzten Mai gab Franziskus einen Nachholbedarf von über 2.000 aufzuarbeitenden Fällen von Anschuldigungen des sexuellen Missbrauchs innerhalb der Kirche zu.

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