POLEN WILL BIS ZU EINE BILLION EURO VON DEUTSCHLAND

Ein polnischer Regierungsvertreter hat die Forderung nach Reparationszahlungen aus Deutschland wegen der Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg bekräftigt

Formal habe Polen nie auf Entschädigungen verzichtet, sagte Vize-Verteidigungsminister Bartosz Kownacki am Freitag im Rundfunk in Warschau.

“Nirgendwo ist ein Dokument registriert, in dem Polen seinen Anspruch aufgibt.”

In dem neu entflammten Streit (TAG24 berichtete) geht Berlin davon aus, dass Polen schon 1953 auf Reparationen verzichtet hat. Wie andere Politiker der nationalkonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) argumentierte Kownacki aber, die damalige kommunistisch beherrschte Volksrepublik sei nicht souverän gewesen.

PiS-Abgeordnete lassen vom wissenschaftlichen Dienst des Parlaments Entschädigungsforderungen prüfen. Das Gutachten soll am 11. August vorliegen.

Deutsche und polnische Experten warnten unterdessen davor, dass das bilaterale Verhältnis nach anderthalb Jahren PiS-Führung irreparabel Schaden zu nehmen drohe. Erstmals seit der Wende von 1989 sähen Berlin und Warschau einander nicht mehr als strategische Partner in Europa, schrieb die Kopernikus-Gruppe am Freitag. Gerade im schwierigen Verhältnis sollten beide Gesellschaften “der Resignation widerstehen”.

Die DDR hat bereits nach dem Zweiten Weltkrieg Reparationszahlungen geleistet. Im August 1953 verzichtete Polen in seiner Erklärung auf weitere Zahlungen Deutschlands – auch, um “einen weiteren Beitrag zur Lösung der deutschen Frage im Geiste der Demokratie und des Friedens” zu leisten, steht in dem Dokument.

Auf eben dieses Papier verwies nun die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin. Die Zahlung von Reparationen sei sowohl rechtlich als auch politisch abschließend geregelt.

Polen denkt nicht zum ersten Mal über Reparationsforderungen nach: Unter dem früheren Warschauer Bürgermeister Lech Kaczynski (verstorbener Bruder des jetzigen PiS-Vorsitzenden Jaroslaw Kaczynski), wurden allein für die Hauptstadt Kriegsschäden im Wert 45,3 Milliarden US-Dollar (38,5 Milliarden Euro) errechnet.

Einer ersten groben Schätzung zufolge liegt die jetzt geforderte Summe inklusive Zinsen bei mindestens 800 Milliarden Euro. Das berichten mehrere polnische Zeitungen.

Doch auch die unglaubliche Summe von fast einer Billion Euro wurde bereits genannt.
Das endgültige Ergebnis soll am 11. August vorliegen.

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