18-JÄHRIGER ERSTICHT SEINEN VATER UND WIRD VON DER FAMILIE WIE EIN HELD GEFEIERT

Im österreichischen Ebergassing hat ein 18-Jähriger seinen leiblichen Vater erstochen. Er saß dafür mehrere Wochen in Untersuchungshaft. Nun wurde er zu Hause von seiner Familie mit Freudentränen und einem Willkommensplakat begrüßt.

Angeblich hat Johannes S. in Notwehr gehandelt. Trotzdem ist der Schüler einer in Österreich so genannten Höheren Technischen Lehranstalt wegen Mordverdachts angeklagt.

Am Dienstag wurde er “in Handschellen zur gerichtlich angeordneten Tatort-Rekonstruktion in sein Elternhaus geführt”, berichtet der “Kurier”. Von seiner Mutter Elfriede S. und den drei Geschwistern sei er dabei auf dem Bauernhof der Familie in Ebergassing sehr herzlich empfangen worden.

Erst 90 Minuten später wurden dem jungen Mann noch vor Ort die Handschellen abgenommen. “Für mich war immer klar, dass er in Todesangst gehandelt hat. Er hat sich nur verteidigt und wollte den Vater sicher nicht töten”, sagte sein Anwalt Martin Preslmayr.

Im Vernehmungsprotokoll gaben Mutter und Geschwister an, dass die Familie seit Jahren unter dem äußerst gewalttätigen Ehemann und Vater gelitten habe. Immer wieder habe Gerhard S. seine Frau und die Kinder geschlagen. “Die Übergriffe wurden angezeigt. Die Frau wurde geschlagen, dass das Blut geronnen ist”, sagte Preslmayr.

Anfang August soll die Lage am Bauernhof eskaliert sein: Der tyrannische Vater soll im Streit auf Johannes losgegangen sein, ihn attackiert und mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Das bezeugen auch die Mutter und der Bruder. “Er zeigte bei der Rekonstruktion am Dienstag, wie er in sein Zimmer flüchtete. Der Vater ging aber nach und attackierte ihn weiter”, berichtet Preslmayr den Tathergang. Der 18-Jährige habe dann zum Messer gegriffen, das auf dem Schreibtisch lag. Im Gerangel traf die Klinge den Vater im Brustbereich. Er beschimpfte seinen Sohn noch als “Trottel” bevor er blutüberströmt zusammenbrach.

Die Aussagen stimmen mit den Untersuchungsergebnissen des Gerichtsmediziners überein, er hatte an der Leiche nur einen Stichkanal festgestellt.

Für die zuständige Richterin sind die Beweise ausreichend, um Johannes S. auf der U-Haft zu entlassen. Allerdings muss die Staatsanwaltschaft Korneuburg nun entscheiden, ob Anklage erhoben wird.

Quelle: www.tag24.de

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