Nordkorea: Kims Schicksal hängt nun von Putin und Xi ab

Im UN-Sicherheitsrat findet heute eine Debatte über die von den USA initiierte neue Resolution zu Nordkorea statt, schreibt die Zeitung “Nesawissimaja Gaseta” am Montag.
Washington besteht nämlich auf einer noch stärkeren internationalen Isolation Pjöngjangs, unter anderem auf einem Ölembargo, auf das Verbot von Textilimporten aus Nordkorea und der Anstellung von nordkoreanischen Arbeitskräften in anderen Ländern. Besonders umstritten ist aber die Initiative zur Berechtigung aller UN-Länder, nordkoreanische Schiffe zu inspizieren, die verbotene Güter befördern könnten.

Soldaten der südkoreanischen Armee bei einer Militärparade (Archivbild)
© FOTO: DOD/ ERIN A. KIRK-CUOMO
Trump droht wegen Nordkorea: Müssen Russland und China mit Konsequenzen rechnen?
Die Folgen einer solchen Resolution wären offensichtlich: Jeglicher Versuch ausländischer Vertreter, ein nordkoreanisches Schiff zu betreten, könnte zu Auseinandersetzungen unter Anwendung von Waffen führen. Und das Verbot für den Import nordkoreanischer Arbeitskräfte begründen die Amerikaner damit, dass das Regime Kim Jong-uns die entsprechenden Einnahmen „in die Entwicklung seines Atom- und Raketenprogramms steckt“.
Der britische „Guardian“ schrieb unlängst in diesem Zusammenhang, Russland und China würden billige Arbeitskräfte aus Nordkorea aktiv einsetzen, unter anderem auf zahlreichen Baustellen.

In Peking ist man darüber beunruhigt, dass die Verschärfung der Wirtschaftssanktionen gegen Pjöngjang zum Kollaps des Kim-Regimes führen könnte. Und Russland bietet seine Hilfe als Vermittler bei der Regelung der Korea-Krise an. Zudem erklärte Moskau bereits, die neuen Sanktionen wären vorzeitig.

Der Orientalist Alexej Maslow sagte in diesem Kontext: „Im Vorfeld der Abstimmung im Sicherheitsrat wurden Informationen veröffentlicht, China handele weiterhin mit Nordkorea mit Waren, die bereits verboten sind. Unter anderem geht es um die angebliche Beförderung von nordkoreanischen Rohstoffen durch das chinesische Territorium.“ Das ist dem Experten zufolge ein Versuch, die Volksrepublik unter Druck zu setzen und ihr vorzuwerfen, sie erfülle die übernommenen Verpflichtungen nicht. Laut Medienberichten könnte Pjöngjang dank des Transits von verbotenen Waren durch China etwa 270 Millionen Dollar verdient haben.

„Ich denke, China wird die Unterstützung dieser Resolution verweigern und sich gegen das vollständige Embargo für den Ölhandel (mit Nordkorea) äußern“, so der Experte. „Denn das alles wurde schon gemacht, nachdem Russland und China bei einem Forum in Wladiwostok einen ‚Fahrplan‘ der Regelung der Situation um Nordkorea entwickelt hatten, der sich auf den Verhandlungsprozess und nicht auf eine neue Sanktionswelle stützt. Meines Erachtens nach werden Russland und China auch weiter auf einer konsolidieren Position bleiben.“

 
Die US-Administration hat allerdings bereits zu verstehen gegeben, einen „Plan B“ zu haben. US-Präsident Donald Trump drohte nämlich jüngst, die Handelsbeziehungen mit allen Ländern zu unterbrechen, die Geschäfte mit Nordkorea haben. In diesem Zusammenhang berichtete die Zeitung „South China Morning Post“, Peking hätte „einen realen Schritt“ zur Auflösung von Geschäftskontakten mit Pjöngjang gemacht. Unter anderem verweigern chinesische Banken jetzt Transaktionen auf Bankkonten, die Nordkoreanern gehören.

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