AUSNAHMEZUSTAND! SO SCHLIMM WÜTETE “XAVIER” IN SACHSEN

Sturmtief “Xavier” hat am Donnerstag in Sachsen gewütet und für Verkehrsbehinderungen gesorgt. Vor allem Zugreisende mussten deswegen Geduld aufbringen.

Bis in den Abend hinein kam es zu Zugausfällen und Verspätungen, wie ein Sprecher der Bahn sagte. Besonders betroffen war demnach der Norden des Freistaats. Am Nachmittag waren kurzzeitig sogar alle Züge in Sachsen-Anhalt und auf den Strecken in Richtung Leipzig stehen geblieben.

Grund waren Schäden, die teils durch umgestürzte Bäume verursacht worden waren. Auch aus Sicherheitsgründen blieben Züge stehen. Am Abend seien viele Bahn-Mitarbeiter unterwegs gewesen, um die Schäden zu beseitigen, sagte der Sprecher.

Auch auf den Straßen und in den Städten tobte “Xavier”. Auf der Autobahn 13 zwischen Marsdorf und Radeburg (Landkreis Meißen) geriet ein Lkw-Anhänger in Schräglage, die Autos mussten vorbeigeleitet werden, wie ein Polizeisprecher in Dresden sagte.

In der Landeshauptstadt wurden Bauzäune auf die Straßen oder an parkende Autos geweht, Bäume stürzten um. Ein Ast blockierte eine Straßenbahn-Oberleitung, die Verbindung war gestört.

Auch in Chemnitz fielen nach Angaben der Polizei “hier und da” Äste herunter. In Leipzig fielen Steine vom Dach. Mobile Toiletten stürzten um.

Am Flughafen Dresden musste eine Maschine den Landeanflug aus Sicherheitsgründen abbrechen. Sie startete durch und flog zurück nach Stuttgart, wie ein Sprecher des Airports sagte.

Bis zum Abend bestand laut Deutschem Wetterdienst im Freistaat die Gefahr von orkanartigen Böen. Die Meteorologen rieten den Menschen, möglichst nicht hinauszugehen und Abstand von Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen zu halten.

Wesentlich schlimmer als Sachsen traf “Xavier” den Norden Deutschlands. In Hamburg wurde eine 54-jährige Frau getötet, als ein Baum auf ein Auto fiel. Das Opfer hatte als Beifahrerin im Wagen gesessen.

In der Nähe von Schwerin wurde ein Lastwagenfahrer von einem umstürzenden Baum erschlagen. Nahe Gransee nördlich von Berlin fiel ein Ast in eine Windschutzscheibe und tötete einen Menschen. Zudem wurde in derselben Region eine Frau in einem Auto von einem Baum erschlagen.

Am Freitagmorgen hat sich die Lage zum Teil wieder beruhigt. Vorgenommene Sperrungen konnten weitgehend aufgehoben werden, wie die Polizei in Görlitz am Morgen sagte. Nur vereinzelt könne es noch zu Behinderungen kommen. Auch in den Regionen um Dresden, Leipzig und Chemnitz waren die Straßen laut Polizei am Freitag wieder frei.

Verletzt wurde ersten Erkenntnissen zufolge niemand. Vereinzelt habe es Blechschäden gegeben. Von größeren Unfällen sei man aber verschont geblieben, hieß es.

Bahnreisende müssen sich aber leider immer noch gedulden. Die Einstellung des Verkehrs im Norden und Nordosten Deutschlands am Donnerstag könne sich auch auf das bundesweite Netz der Bahn auswirken, sagte ein Sprecher in der Nacht zum Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Die Nacht verbrachten viele Gestrandete in Hotels oder in von der Bahn bereitgestellten Zügen. Insgesamt 20 Züge stellte die Bahn zur Verfügung. So standen zum Beispiel drei Übernachtungszüge in Kassel-Wilhelmshöhe, außerdem gab es sogenannte Hotelzüge auch in Berlin am Hauptbahnhof und an den Stationen Spandau und Südkreuz sowie an den Hauptbahnhöfen in Köln, Dortmund, Bielefeld, Düsseldorf, Leipzig, Hamburg und Hannover.

Quelle: tag24.de

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