COMIC-ZEICHNERIN ZEIGT ANLEITUNG – Das kann jeder Zeuge für einen Menschen tun, der verbal angegriffen wird

Jemand wird in der U-Bahn, auf der Straße oder sonst wo beschimpft und verbal belästigt. Eine Comic-Zeichnerin erinnert uns daran, was jeder Zeuge in dieser Situation tun kann.

Es sind Situationen wie diese, die viele Menschen verunsichern: Ein Mann beschimpft in der Bahn eine Frau mit Kopftuch. Die Frau ist erschrocken, wehrt sich nicht, guckt sich hilfesuchend um. Andere Fahrgäste starren auf den Boden, wechseln sogar das Abteil. Manche tun so, als würden sie nichts mitkriegen – sie tragen ja Kopfhörer, hören laut Musik. Es gibt aber glücklicherweise Menschen, die den Hass nicht ausblenden, sondern helfen wollen. Für diejenigen hat die Illustratorin Maeril aus Frankreich einen Comic gezeichnet: eine Anleitung, wie Zeugen in dieser oder einer ähnlichen Situation besser reagieren können. Maeril schreibt über sich selbst: „Was mich im Leben am glücklichsten macht, ist anderen Leuten zu helfen.“

Das Missy Magazine zeigt jetzt eine deutsche Übersetzung des Comics. Demnach funktioniere die Anleitung für sämtliche Arten verbaler Angriffe, etwa bei antisemitischen, rassistischen, sexistischen oder homophoben Beschimpfungen.

Anleitung für alle, die Zeugen einer verbalen Belästigung werden:

1. Gehen Sie zu der Person, die gerade verbal attackiert wird. Setzen Sie sich zu ihr. Begrüßen Sie sie. Und ganz wichtig: Ignorieren Sie die hasserfüllten Sprüche des Angreifers. Tun Sie unbekümmert. Wirken Sie herzlich, aufgeschlossen. Versuchen Sie es.

2. Fangen Sie ein Gespräch mit der attackierten Person an. Irgendeins. Zum Beispiel über das Wetter, über das Bahnfahren oder machen Sie ihr ein Kompliment.

3. Bauen Sie jetzt einen schützenden Raum auf, indem Sie den verbalen Angreifer weiterhin ausblenden, nicht auf ihn reagieren. Halten Sie stattdessen Blickkontakt zu dem Menschen, den Sie beschützen wollen.

4. Reden Sie weiter. Bleiben Sie solange in der Nähe der Person, der Sie helfen wollen, bis der Angreifer aufgibt. Oder begleiten Sie die Person an einen anderen Ort, wo sie sich sicher fühlt. Falls sie jedoch Ihre Hilfe ablehnt, ist das auch okay.

Wer die Comic-Zeichnerin Maeril mit Geld unterstützen will, kann das hier tun.

Lesen Sie auf tz.de* zum Thema Diskriminierung und Rassismus das viel beachtete Interview mit dem Münchner Comedian Simon Pearce (Sohn der bayerischen Volksschauspielerin Christiane Blumhoff und des Nigerianers Charles Pearce) und sehen Sie hier zwei Videos, in denen Pearce Situationen beschreibt, die wütend und traurig zugleich machen.

Simon Pearce über Rassismus in der S-Bahn und intolerante Nachbarn

Simon Pearce über unbegründete Polizeikontrollen und Beschimpfungen

Quelle: merkur.de

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