Drogenring in Mailand zerschlagen – Karibik-Koks reiste per Catering-Service nach Europa

MAILAND (I) – Im Morgengrauen nahmen über 200 italienische Polizisten 19 Mafiosi der `Ndrangheta und Flughafenangestellte fest. Es wurden 500 Kilo Kokain beschlagnahmt.


Italienische Beamte kontrollieren Fracht am Flugplatz von Mailand-Malpensa. ZVG


Beschlagnahmtes Kokain bei der Guardia di Finanza. ZVG


Vom Airport La Romana in der Dominikanischen Republik ging das Kokain nach Italien. ZVG


Die zwei Koks-Routen der Mafia: von der Dominikanischen Republik über Luft- und Seeweg nach Mailand und Cagliari. ZVG

Sie schlugen in den frühen Morgenstunden zu: Rund 200 italienische Beamte der Guardia di Finanza und der Staatspolizei stürmen gestern Wohnungen in Mailand, Rom, Varese, in Kalabrien, auf Sardinien und Sizilien. 19 Männer werden verhaftet. Darunter vier Angestellte des Bodenpersonals im Flughafen Mailand-Malpensa.

Es geht um Kokain-Handel im ganz grossen Stil. Raffiniert organisiert von der kalabrischen`Ndrangheta. Während der Operation «La Romana – Fireman» werden 500 Kilo reines Kokain beschlagnahmt. Marktwert: rund 100 Millionen Franken.

Bodenpersonal schmuggelt das Koks aus dem Flughafen

Und so geht die süditalienische Mafia vor: Das Koks wird kiloweise in Passagiermaschinen geschleust. Die Päckchen sind gut versteckt in den Catering-Wägelchen. Vom Airport La Romana in der Dominikanischen Republik fliegt der Stoff nach Malpensa. Dort nimmt von der Mafia bestochenes Bodenpersonal das Koks entgegen und schmuggelt es aus dem Mailänder Flughafen.
Auch der Seeweg dient dem Drogenhandel. Vom Hafen von Santo Domingo, der Hauptstadt der karibischen Insel, laufen Frachter nach Cagliari auf Sardinien aus. An Bord zwischen Kakaosäcken verstecken die Schmuggler mehrere Zentner Kokain.

Seit 2013 ermitteln die Mafia-Jäger

Seit vier Jahren sind die italienischen Mafia-Jäger den Drogenschmugglern auf den Fersen. Gut 13 Mal fallen ihnen Koks-Ladungen in die Hände. Sie belauschen, observieren, fotografieren, filmen heimlich die Verdächtigen, die grossen Teils zum Alvaro-Clan vom kalabrischen Sinopoli gehören. Die Schlinge um den Drogenring zieht sich immer enger zu – bis gestern Morgen der Zugriff erfolgt.

Quelle: Blick.ch

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