“ICH WILL NUR NOCH NACH HAUSE”: SO WAR LINDAS LEBEN IN DER IS-HÖLLE

Was bewegt eine Schülerin, nach Syrien abzuhauen und für die Terror-Miliz “Islamischer Staat” in den Kampf zu ziehen? Hat sie gefoltert oder sogar getötet? Was waren ihre Aufgaben? Wurden Anschläge in Deutschland geplant?

Wegen Fragen wie diesen sind Ermittler des BKA kürzlich in den Irak gereist.

Dort haben sie sich der “Welt” zufolge mit den vier bei Mossul festgenommen deutschen Dschihadistinnen getroffen. Darunter auch Linda W., 16 Jahre alt, Schülerin aus Pulsnitz.

Anfangs hatte die irakische Justiz gezögert, das Gespräch mit den IS-Kämpferinnen, das im Hochsicherheitsgefängnis stattfand, zuzulassen. Die Frauen durften zwar vernommen werden, doch eine Auslieferung sei nicht möglich, so die Bedingung.

Immerhin wurde im Irak bereits ein Strafverfahren gegen die Deutschen eröffnet. In der Hauptstadt Bagdad soll ihnen wegen Terrormitgliedschaft der Prozess gemacht werden, es ist nicht auszuschließen, dass die Todesstrafe gefällt wird (TAG24 berichtete).

Wie die “Welt” berichtet, soll Linda im Gespräch mit den Ermittlerin beteuert haben, dass von ihr keinerlei Gefahr mehr ausgehe. Sie behauptet, genau wie Lamia K. und deren Tochter Nadja aus Mannheim und Fatima M. aus Detmold, sich an keinerlei terroristischen Aktivitäten beteiligt zu haben.

Stattdessen seien sie quasi in den Häusern ihrer Ehemänner in Rakka eingesperrt worden. Die einzige Aufgabe sei der Haushalt gewesen.

Die Situation hätte sich mehr und mehr verschlimmert, als die Luftangriffe zunahmen. Dann verschwanden ihre Männer oder wurden getötet.

Die deutschen Frauen und Mädchen wurden in einem speziellen Frauenhaus, das dem IS gehört, untergebracht. Linda W. beteuerte dem BKA gegenüber, dass sie einfach nur noch nach Hause wolle.

Doch das sei im Moment eher schwierig. Im Irak ist der Hass auf die islamistischen Kämpfer und deren Familienangehörige besonders groß. An den festgenommenen Frauen könnte ein Exempel statuiert werden.

Aus deutschen Sicherheitskreisen heißt es, nur durch spezielle “Deals” könne man eine Auslieferung erreichen. Genauer bedeutet das: Waffenlieferungen, technische Ausrüstung oder Schulungen für die irakische Polizei.

Ein weiteres Problem: Wie soll man den Frauen trauen? Die Terror-Angst in der deutschen Bevölkerung ist groß. Mehr als ein Drittel der über 940 in den Dschihad gereisten deutschen IS-Kämpfer (laut Verfassungsschutz) sollen mittlerweile wieder zurückgekehrt sein.

Linda W. galt ein Jahr lang als verschollen, war mit einer gefälschten Erlaubnis ihrer Mutter über Istanbul nach Syrien gelangt.

Quelle: tag24.de

Related Posts

Einen Kommentar hinzufügen