DESHALB WERDEN OBDACHLOSE ZWANGSWEISE VERHAFTET

In der italienischen Hauptstadt Rom schüttelte Frau Holle ihre Kissen kräftig aus und legte das öffentliche Leben nahezu lahm. Angesichts der klirrenden Kälte erlaubt Österreich Ausnahmen vom Vermummungsverbot. Die sibirische Kältewelle hat weite Teile Europas fest im Griff.

Für Obdachlose können die eisigen Temperaturen lebensgefährlich werden. Denn wer kein eigenes Zuhause hat und die frostklirrenden Nächte auf der Straße verbringt, läuft Gefahr zu erfrieren. Auch in Brüssel, der Hauptstadt Belgiens, ist man sich dieser Gefahr bewusst.

Vincent De Wolf, Bürgermeister des Stadtteils Etterbeek, hat unkonventionelle Maßnahmen ergriffen, um Obdachlosen zu helfen: Laut der belgischen Tageszeitung “La Libre Belgique” werden Obdachlose von der Polizei aufgegriffen und ins Warme gebracht – notfalls auch gegen ihren Willen.

“Wir können nicht hinnehmen, wenn sich jemand absichtlich in Gefahr begibt. Wenn jemand von der Brücke springen will – würden sie dann schubsen oder ihn zurückhalten? Sie werden ihn natürlich zurückhalten. Wir haben eine Verpflichtung, Menschen in Gefahr zu helfen. Ich als Verantwortlicher für die Sicherheit bin gezwungen, da zu handeln”, so der 59-jährige Politiker gegenüber dem europäischen Nachrichtendienst “Euronews“.

Der Bürgermeister nutzt somit eine Lücke in den belgischen Verwaltungsgesetzen und lässt die Obdachlosen zwangsweise “inhaftieren”.

Die Bedürftigen werden in einem Rotkreuz-Zentrum untergebracht, medizinisch betreut und mit Nahrungsmitteln versorgt. Doch da gibt es einen Haken: Es ist untersagt, die Einrichtung vor dem Morgengrauen zu verlassen.

Den Obdachlosen soll geholfen werden, den Winter heil zu überstehen.”Wenn die Leute draußen in Lebensgefahr sind, dann ist es völlig normal, dass wir da helfen und Schutz bieten.

Es wäre traurig, wenn Menschen auf der Straße erfrieren, nur weil sie Hilfe ablehnen. Wir müssten uns vorwerfen, nicht genug getan zu haben”, so Freddy Simon, der Leiter der Einrichtung.

Die ungewöhnliche Maßnahme spaltet allerdings die Gemüter: Zahlreiche Obdachlose wollen aus Angst vor Diebstahl oder mangelnder Hygiene nämlich nicht in die Notunterkünfte. In der europäischen Hauptstadt haben sie nun keine andere Wahl mehr.

 

 

Quelle: tag24.de

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